[Rezension] Treggiari, Jo - Ashes, Ashes

| 3 Kommentare
Autor: Jo Treggiari
Im Original: Ashes, Ashes
Reihe: -
Genre: Liebe/Romantik, Dystopie
Preis: 16,95€
Format: Hardcover
Seiten: 375
ISBN: 978-3-7607-8471-7
Verlag: ArsEdition

Vielen Dank an den Verlag ArsEdition für die Bereitstellun dieses Rezensionsexemplares!

Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Tödliche Epidemien, Tsunamis und Klimakatastrophen die sechzehnjährige Lucy hat das Ende der Welt kommen und gehen gesehen. Als eine der wenigen Überlebenden eines alles vernichtenden Virus versucht sie sich in den zum Dschungel gewordenen Ruinen von New York durchzuschlagen. Doch Lucys Welt ist voller Bedrohungen: gefährliche Diebe und skrupellose Plünderer streifen umher. Als eine Horde wilder Hunde sie jagt, gelangt sie ans Ende ihrer Kräfte. Doch wie aus dem Nichts taucht Aidan auf ein Junge, der ihr hilft, der tödlichen Meute zu entkommen und sie überredet, sich seiner Gruppe von Überlebenden anzuschließen. Aber auch diese kleine Gemeinschaft wird bedroht. Und langsam beginnt Lucy zu ahnen, dass sie selbst das Ziel der nächtlichen Überfälle ist. Etwas an ihr scheint anders zu sein. Doch was ist Lucys Geheimnis, das für die letzten überlebenden Menschen Bedrohung und Erlösung zugleich ist?
Mit meinen eigenen Worten:
Nachdem Epidemien entstanden und dabei der größte Teil der Menschheit getötet wurde, gibt es nur noch drei Arten von Menschen: Die S'ans, verstümmelte Menschen, die die Epidemie überlebten; Die Sweeper, die auf einer Insel bei New York leben und Menschen einsammeln um sonst was mit ihnen anzustellen und diejenigen, die alleine leben und um ihr Leben kämpfen. Und dazu gehört Lucy.

Die Umwelt ist nicht mehr das, was sie einmal war. Es gibt keine richtigen Jahreszeiten mehr, das Wetter wurde launisch. Dauernd fegen schlimme Tsumanis und andere Naturkatastrophen über die Welt hinweg, Medikamente gegen Verletzungen gibt es nicht mehr, Häuser sind dem Erdboden gleich gemacht.
Als Lucy den jungen Aidan trifft weiß sie nicht, ob sie sich seiner Gruppe anschließen soll, bis ihr die Entscheidung aus der Hand genommen wird. Bei der Gruppe angekommen findet sie sich schnell ein.
Doch eine Sache bedrückt die Gruppenmitglieder fortan - Die Sweeper sind gekommen und haben einige von ihren Liebsten weggenommen. Was sollen sie tun? Sie wiederholen? Vorallem, was stellen die Sweeper nur mit den Menschen auf der Insel mit dem Leuchtturm an?

Das Urteil:
Ich kann fast sagen, dass ich noch nie so einem schrecklichen Schreibstil begegnet bin. Zwar sind die Formulierungen von Frau Treggiari nicht schlecht und auch nicht wirklich gut, das Schlimme an ihm ist aber die Langatmigkeit.
Für viele wird es vielleicht so rüberkommen, dass Treggiari die Epidemie und die Art, wie sich die Welt in Ashes, Ashes - milde gesagt - genau darstellen wollte. Ich bin ein Leser der nicht viel lange Beschreibungen ertragen kann, jedenfalls nicht, wenn sie sich meistens um ein Thema drehen. Mit der Zeit wiederholt sich die Autorin auch meistens. Wenn ich ein Buch haben will, dass nur aus einer staubtrockenen Beschreibung besteht, greife ich zu einer Autobiographie. Und nicht zu einem Jugendbuch.

Das lustige an Treggiaris Schreibstil ist, dass man ohne Probleme mehrere Seiten überspringen kann und immer weiß was gerade los ist. Ich gebe ehrlich zu, dass ich zum Beispiel bevor Lucy zu dem Camp mit Aidan und den anderen gezogen ist, ziemlich viel übersprungen habe, da das meiste nur über die Umwelt handelte (wie das Wasser sich im Gegensatz zu früher bewegte und andere Sachen, die ich nicht für wichtig und unsinnig gehalten habe) und andere Dinge, die Lucy zum Beispiel vermisste und so weiter. Ich will natürlich nicht, dass ein Autor zum Beispiel irgendwelche Bedürfnisse auslässt - wenn Treggiari zum Beispiel garnicht beschrieben hätte, wie sich Lucy fühlt, wie die Umwelt aussieht usw. hätte das das Buch natürlich etwas gefühlslos gemacht - aber in diesem Fall hat die liebe Frau Autorin einfach ein bisschen übertrieben.
Wer, der YA-Bücher liest, ist denn schon auf seitenlange Beschreibungen von Umgebungen, Umwelt, Gefühlen und co. aus?

Dadurch, das die meisten Seiten von den Beschreibungen "beansprucht" wurden, gibt es auch nicht viel Handlung über die ich mich auslassen könnte. Am Anfang steht der Konflikt im Raum, ob oder ob Lucy nicht zu den anderen stoßen soll, was ich nicht sehr realistisch finde. Ich konnte mich zwar in dem Aspekt, dass man Angst vor anderen Menschen hat, wenn die meistens eine tödliche Krankheit in sich "brüten", relativ gut in Lucy hineinversetzen. Aber trotzdem - wieso sollte man Hilfe von anderen ablehnen? Lucy kam mir auch nicht so rüber, als wäre sie eine Person, die wirklich heiß darauf ist alleine zu sein - was man an der dauernden Aussage, dass sie ihre Familie vermisst/sich alleine fühlt/sich nach anderen Menschen sehnt..etc. merken kann. Die anfängliche Hass Aidan gegenüber war mir auch milde gesagt etwas suspekt.

Kurz vor dem Ende versuchen Del, Aidan und Lucy auch noch in die Insel der Sweeper zu kommen um ihre Freunde, die von ihnen mitgenommen wurden, zurück zu holen. Viel Potenzial um die Geschichte noch einigermaßen rumreißen zu können, auch wenn ich so eine Wendung in den letzten 60-100 Seiten reichlich spät umgesetzt wurde.
Wurde diese überhaupt genutzt? Nein. Definitiv nein, nein, nein. Ich konnte schon bevor die drei das Krankenhaus erreichten schon sagen, dass etwas mit Del nicht stimmte und wie ihre Reise dahin ausgehen würde. Vorhersehbarkeit kommt hier natürlich nicht zu kurz!

Ich muss dennoch zugeben, dass mir die eigentliche Idee des Romanes sehr gut gefallen hat. Es gibt zwar nicht viel Idee zum Gefallen (wenn man mal die ganzen Beschreibungen wegnimmt, bliebe bestimmt nur ein Roman mit 100-200 Seiten übrig), dennoch kann ich sagen, dass, wenn der Roman viel besser umgesetzt gewesen worden wäre, ich den Roman aufjedenfall gemocht habe.
Ashes, Ashes ist der erste Dystopieroman, der mir begegnet ist, der keine Fantasyelemente beinhaltet. Frau Treggiaris Idee beruht nur auf der Vorstellung einer Welt, wie sie einmal sein werden könnte - Alleine die Vorstellung hat mir im nachhinein schon Angst eingejagt.

Zwischenmenschliche Beziehungen kommen in diesem Roman ziemlich kurz, was für mich auch noch sehr ins Gewicht für meine schlechte Bewertung fällt. Abgesehen davon, dass man den Verlauf verschiedener Beziehungen (zum Beispiel Aidan und Lucy) schnell vorraussehen kann, waren die meisten Freundschaften und so weiter für mich auch nicht nahgenug dargestellt.
Was soll ich nur zu den Charakteren sagen? Manche waren mir sympathisch, wie zum Beispiel Grammalie Rose, Henry und Leo. Die anderen und auch die Wichtigsten wie zum Beispiel Del, Lucy und Aidan kamen mir alle sehr flach und unsympathisch vor. Besonders Lucy und Del gingen mir die meiste Zeit nur auf den Keks.

Mein Fazit: Ashes, Ashes war für mich eine riesen Enttäuschung. Wer auf lange und staubtrockene Beschreibungen steht und nicht auf zwischenmenschliche Beziehungen hofft, ist mit diesem Buch definitiv richtig. Genau diese Dinge haben Treggiaris Buch für mich unglaublich langweilig und schlecht gemacht, weswegen ich das Buch niemanden empfehlen kann. Haltet euch lieber davon fern! [0,5 Sterne für die eigentlich gute Idee]

Kommentare:

  1. Oh, so schlecht, und ich hätte es beinahe gekauft.. :o

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  2. Pia (herzensbuecher)2. August 2011 um 10:52

    @Lettersalad: :D

    @Literaturresort: Glück gehabt kann ich nur sagen :D

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