[Rezension] Oliver, Lauren - Delirium (Delirium, #1)

| 7 Kommentare
Autor: Lauren Oliver
Im Deutschen: Delirium, Nov '11, Carlsen
Reihe: Delirium
Genre: Liebe/Romantik, Dystopie
Preis: 8€
Format: Paperback
Seiten: 393
ISBN: 978-1-444-73605-2
Verlag: Hodder


They say that the cure for love will make me happy and safe forever. And I've always believed them. Until now. Now everything has changed. Now, I'd rather be infected with love for the tiniest sliver of a second than live a hundred years suffocated by a lie. There was a time when love was the most important thing in the world. People would go to the end of the earth to find it. They would tell lies for it. Even kill for it. Then, at last, they found the cure.
In meinen eigenen Worten:
Lena würde niemals an der Regierung zweifeln. Vor einigen Jahren haben sie ein Heilmittel gegen Liebe, Auslöser für Krieg, Hass, Katastrophen, gefunden und verabreichen sie nun allen Teenagern ab achtzehn Jahren. So ist jedem Sicherheit garantiert. Sie bekommen ein perfektes Leben, müssen keine Angst haben, infiziert zu werden, finden ihren perfekten Partner. Und das ist es, was sie will. Schließlich war schon ihre Mutter infiziert. Sie weiß, wie tödlich die Krankheit "Liebe" sein kann.

Doch als Lenas beste Freundin Hana langsam an der Regierung zu zweifeln beginnt, wird sie immer tiefer mit hineingezogen. Nachdem ihr Termin für die Verabreichung des Heilmittels durch die Invaliden - Menschen, die in der Wildnis außerhalb der Stadt leben und mit Liebe infiziert sind - gestört wurde, weiß sie nicht mehr, was sie glauben soll. Und wer ist dieser Alex? Und was will er von ihr? Sie merkt nicht, wie nahe sie daran ist, sich selber zu infizieren...

Das Urteil:
Lauren Olivers Schreibstil ist etwas einzigartiges. Er ist einfach und nicht schwer zu lesen, sodass die Seiten bei mir nur so geflogen sind, hat aber auch etwas poetisches was ihn besonders macht. Ich notiere mir normalerweise keine Stellen - ich kann aber sagen, wenn ich es tun würde, wäre dieses Buch voller Postits und makierten Stellen!

You can't be happy unless you're unhappy sometimes.
I'd rather die my way than live yours.
'Everyone is asleep. They've all been asleep for years. You seemed ... awake.' Alex is whispering now. He closes his eyes, opens them again.'I'm tired of sleeping.'
Ich kann sagen, dass ich mich selten so gut in die Charaktere hineinversetzen konnte. Auch wenn ich die Ansichten der Regierung natürlich nicht teilte, kamen mir alle Argumente die sie gegen Liebe und wieso sie sie als Krankheit einstuften, auf einmal total plausibel vor. Es gab auch einige Stellen in dem Buch, die mich zu Tränen gerührt haben. Hier eine, die ich besonders gemocht habe (der letzte Absatz vor dem Ende des Buches):


I run for I don't know how long. Hours, maybe, or days. Alex told me to run. So I run. You have to understand. I am no one special. I am just a single girl. I am five feet two inches tall and I am in-between in every way. But I have a secret. You can build walls all the way to the sky and I will find a way to fly above them. You can try to pin me down with a hundred thousand arms, but I will find a way to resist. And there are many of us out there, more than you think. People who refuse to stop believing. People who refuse to come to earth. People who love in a world without walls, people who love into hate, into refusal, against hope,and without fear. I love you. Remember. They cannot take it.

Die Idee von Lauren, Liebe als Krankheit zu sehen, ist einfach genial. Auch wenn man selber vielleicht nicht darüber nachdenken möchte, kann man viele schrecklichen Dinge auch auf Liebe zurückführen. Wenn es keine Liebe gibt, gibt es auch keinen Hass. Gibt es keinen Hass, gibt es keine Kriege. Auch die anderen Dinge, die die Regierung den Bürgern einbläut, scheinen mir sehr plausibel. Die Bürger werden sozusagen in ihrem Heimatort eingeschlossen und können nur selten irgendwo anders hinfahren, was zum Beispiel verhindert, dass sie kriminell werden und dann über die Grenze der Staaten abhauen wollen.
Natürlich stellt die Autorin die Schattenseiten auch sehr gut da. Liebe unter Freunden und Familien ist sehr ungern gesehen. Sie betont, dass, wenn man erst einmal das Heilmittel verabreicht bekommen hat, einem nichts mehr wirklich wichtig ist. Man verliert seine früheren Freunde, nimmt Abstand von seinen Familienmitgliedern und muss sich dem Alltagstrott anpassen.

Wer auf kleine Extras bzw. sehr auf Details steht, wird in diesem Buch auch fündig werden. Am Anfang jedes Kapitels findet man entweder Auszüge aus dem Book of Shhh (einem Buch, das die Risiken der Liebe und so weiter auflistet) oder zum Beispiel Kinderreime, Auszüge aus Büchern oder so etwas in der Art. Wie in den meisten Dystopien sind nur eine bestimmte Anzahl von Liedern, Büchern bzw. Gedichten erlaubt. Zum Beispiel die, die Liebe verherrlichen, sind verboten.

Lena hat in dem Buch eine riesige Wandlung durchgemacht. Es hat mir besonders gefallen, dass sie als allererstes garkeine Zweifel an der Regierung hatte. Der Leser kann sich so gut in die Situation hineinversetzen und sieht, da Lena zuerst zum Beispiel die guten Seiten davon, dass Liebe verboten ist, aufzählt, sozusagen die beiden Seiten des Blattes sehr genau. Ich bin mir ziemlich sicher, dass noch nie ein Autor einen Zwiespalt zwischen zwei Seiten so gut dargestellt hat - Die Spannung ist immer sehr hoch, da ich nie wirklich sagen konnte, für was sich Lena im Endeffekt eher entscheidet. Die Liebe? Oder entscheidet sie sich doch für das sichere Leben in ihrer Stadt, mit ihrem perfekten Mann, ihren perfekten Kindern und ohne jeglichen Probleme?

Eins, was mir noch sehr gefallen hat, war, dass Hana - Lenas beste Freundin - so eine große Rolle in dem Buch gespielt hat. Sie ist anders als Lena und zweifelt schon früher an den Gesetzen, widersetzt sich sogar einigen.
Auch Alex habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Es war etwas ganz neues für mich, dass er nicht der klischeehafte Badboy war, der ohne mit der Wimper zu zucken jegliche Gefahren eingehen würde. Ich fand es toll, dass er sich so um Lena sorgte.

Mein Fazit: Delirium von Lauren Oliver ist ein dystopisches Meisterstück. Lauren läd einen mit diesen Roman in eine neue Welt ein, in die man sich sehr gut hineinversetzen kann. Gerade nach diesem fiesen Ende, kann ich es kaum erwarten, den zweiten Band, Pandemonium, zu lesen!





Die Reihe:
1. Band: Delirium (OT: Delirium)
2. Band: Titel noch unbekannt (OT: Pandenomium)

Kommentare:

  1. Schöne Rezi :)
    Ich war nach dem Lesen auch ganz begeistert von Lauren Olivers Schreibstil - er ist poetisch ohne jemals übertrieben oder abgedroschen zu klingen.
    Und Textauszüge an jedem Kapitelanfang sind wirklich toll :)

    Liebe Grüße
    Lisa

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  2. Uhhhh... nach dieser guten Bewertung freue ich mich ja noch ein bisschen mehr auf die deutsche Ausgabe =)

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  3. Pia (herzensbuecher)22. August 2011 um 09:23

    @Lisa: Danke!

    Hast du noch ein Buch (außer Delirium) von ihr gelesen? Ich habe noch Before I fall und bin jetzt natürlich total gespannt auf das Buch. Mal sehen.

    @Cherry: Viel Spaß damit, ich hoffe (und denke), dass du es lieben wirst <3

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  4. Schön, dass dir das Buch auch gefallen hat! Ich habe es auch so toll gefunden. Und der Schreibstil ist echt klasse. Deshalb ist es auch mein Buch des Monats Juli :)

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  5. @Pia: Nein. "Before I Fall" sagt mir von der Thematik nicht so zu (ich stehe eher auf Fantasy/Dystopien). Es soll aber wirklich gut sein. :)

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  6. Pia (Herzensbuecher)24. August 2011 um 10:26

    @Katrin.books: :)

    @Lisa: Okay, das kann ich verstehen. Ich bin mit Before I fall auch noch etwas skeptisch, da ich sonst nicht wirklich auch solche Bücher "fliege". Aber mal sehen. Man kann es ja nicht mehr als probieren.

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  7. Ich bin am Überlegen mir das Buch zu kaufen, habe aber ein bisschen Bedenken, dass die Reihe am Ende kein Happy End bekommt. Wahrscheinlich werde ich es aber riskieren.

    Übrigens finde ich das neue Cover gar nicht mehr so schlecht wie noch am Anfang.

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