[Rezension] Noel, Alyson - Hibiskussommer

| 4 Kommentare
Autor: Alyson Noel
Im Original: Cruel Summer
Reihe: -
Genre: Liebe/Romantik
Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Seiten: 253
Verlag: CBT
ISBN: 978-3-570-15289-8

Vielen Dank an den Verlag CBT für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!
Colby hat es gerade geschafft, in Amandas angesagte Clique aufgenommen zu werden. Eigentlich sollte das der beste Sommer überhaupt werden, sogar der supercoole Levi beachtet sie auf einmal. Da schicken sie ihre Eltern zu ihrer verrückten Tante auf eine griechische Insel am Ende der Welt … ohne Internetanschluss! Verzweifelt versucht Colby, Kontakt mit Amanda und Levi zu halten. Alles auf dieser griechischen Insel ist total nervig. Wirklich alles? Auf einer Party lernt sie Yannis kennen, einen gut aussehenden Jungen, der ihr schon auf der Fähre aufgefallen ist. Und auf einmal beginnt dieser schreckliche Sommer doch ganz nett zu werden …

Rezension:
Colby kann es nicht fassen. Ihre Eltern lassen sich scheiden und schicken sie währenddessen zu ihrer verrückten Tante auf eine griechische Insel geschickt. Wie soll sie den Kontakt zu Amanda wahren, der beliebten Freundin, die sie sich erkämpft hat? Diese hat nämlich die Aufmerksamkeitsfassung einer Eintagsfliege und flattert, in dem Moment während Colby auf der Insel ohne Handy und Internetverbindung festsitzt, wahrscheinlich zu dem nächsten! Und da ist auch noch der hübsche Levi, dem sie ihre Unschuldigkeit geschenkt hat...

Doch als sie auf der Insel ankommt, realisiert sie bald, dass ihr Leben in Kalifornien doch nicht so toll war. Wieso meldet Amanda nicht mehr so oft? So lernt sie noch mehr Leute aus dem Dorf kennen, darunter ist auch der süße Yannis, den sie schon auf der Fähre sah. Wie dieser Sommer wohl enden wird?

Der Schreibstil ist etwas eigenartig, aber dennoch nicht schlecht. Hibiskussommer ist in den Tagebucheinträgen, Briefen, Blogeinträgen und Emails die Colby aus ihrer Zeit in Griechenland verschickt, verfasst. Colby benutzt manchmal sehr stark die Jugendsprache (meistens wird ein "oder so" und so weiter angehängt - nicht wundern, das haben wir gerade in Deutsch ;)), was den Lesefluss am Anfang etwas stört. Nach einiger Zeit lässt dies aber nach und lässt den Leser in einer außergewöhnlichen Art in ihre Welt eintauchen.

Zugegebenermaßen ist die Handlung nichts besonderes - Ein verwöhntes Mädchen wird für einige Zeit in ein verlassenes Dorf (in diesem Fall eine verlassene Insel) verfrachtet und soll sich dort ändern und so weiter. Ob sie in diesem Fall alles einsieht, was sie falsch gemacht hat, behalte ich jetzt einmal besser für mich. Genau deswegen ist Hibiskussommer leider nicht sehr spannungsgeladen und sehr vorhersehbar, was man beim Lesen aber definitiv schnell vergessen kann.

Dennoch hat das Buch mich auf seine eigene Weise gefesselt. Colby ist zwischen dem verwöhnten, beliebten Mädchen und dem, das macht, was sie will hin und her gerissen. Soll sie Yannis - eine Art Urlaubsbekanntschaft - vergessen und sich weiter an dem stillen Levi aus ihrer Clique in Amerika versuchen?
Das hört sich jetzt nicht wirklich spannend an, aber ich konnte mich als Leser sehr gut in die Protagonistin und ihre Probleme hineinversetzen. Sie verhällt sich genau so, wie ich mich verhalten hätte - Am Anfang rebelliert sie und bittet ihre Eltern, bis kurz vor dem Ende, sie vorzeitig von der griechischen Insel runterzuholen. Genau das hat Colby im Endeffekt so verständnisvoll für mich gemacht, da ich, wie gesagt, meistens auch so wie sie gehandelt hätte.

Zugegeben: Auch wenn ich mich wahrscheinlich ähnlich verhalten hätte, ist mir Colbys Verhalten am Anfang des Buches etwas auf den Keks gegangen. Kein Grund für mich, das Buch abzubrechen - aber trotzdem solltet ihr wissen, dass sie Anfangs nicht ganz einfach ist. Für mich ist das mehr oder wichtig zu erwähnen, da ich glaube, dass viele Leser so eine Protagonistin eventuell nicht aushallten könnten.

Besonders die Liebesgeschichte zwischen Yannis und ihr hat mir gefallen. Noel zeigt dem Leser die wunderbare Welt Griechenlands, was in mir sofort den Drang auslöste, auch dorthin zu fahren. Colby erzählt von wunderbaren Festen und ausgelassenem Tanzen, fehlender Alkoholkontrolle und wunderschönen Abenden mit der Familie und oder den Freunden.
Besonders die Dinge, die Yannis mit ihr gemacht hat, haben mich gerührt (auch wenn sie eigentlich ziemlich kitschig waren). Aber auch das war für mich ein großer Pluspunkt - Ich kenne diese Art von Liebesgeschichte mittlerweile in- und auswendig, weswegen ich wahrscheinlich nicht so leicht zu begeistern bin. Meistens laufen sie eh nach dem Schema - Mädchen denkt, er beachtet sie nicht; Er kommt extra wegen ihr irgendwo hin und hat aufeinmal doch interesse; Mädchen sieht ihn mit anderen Mädchen und vergeht vor Eifersucht; Mädchen und Junge treffen sich; verlieben sich. Und Yannis und Colby haben mich aufjedenfall begeistert und fasziniert!
Die Charaktere sind definitiv sehr facettenreich. Bei Colby fehlt es am Anfang ein wenig, da sie da eher wie ein verzogenes Gör herüberkommt, weswegen aber die Veränderungen, die sie auf Tinos durchlebt, deutlicher werden. Irgendwie hat sie es aber trotzdem geschafft, dass ich mich voll und ganz einsehen konnte, wieso sie denjenigen und diejenige hasst oder nicht mag. Ihr glaubt garnicht, wie sehr ich ihre Eltern nicht mochte ;P
Yannis und die anderen Inselbewohner fand ich besonders nett und besonders Yannis ist mir ans Herz gewachsen. Es sind zwar alles nicht orginelle Charaktere, die entweder unvorhersehbar oder nicht in irgendeinem Klischee hängen, aber trotzdem waren sie sehr liebevoll. Das, ist, wie oben bei der Liebesgeschichte, auch für mich ein guter Pluspunkt - Manchmal überzeugt man eben dadurch, dass das Normale besonders gut wird.

Mein Fazit: Hibiskussommer ist eine wunderbare Sommerlektüre für zwischendurch, die mich mit nach Griechenland genommen hat und mich in so eine tolle Welt versetzt, dass ich am liebsten dort geblieben wäre. Das Buch hat mich außerdem durch seinen besonderen Schreibstil bzw. die besondere Schreibart überzeugt, die für mich etwas fast ganz neues war. Absolut empfehlenswert!


Das Cover:

Zu Hibiskussommer passt thematisch das englische Cover um einiges besser. Das Mädchen auf dem Cover hat sogar die passende Haarfarbe wie Colby, gleiches gilt für den Jungen. Optisch nicht schlecht, aber nicht so toll wie das deutsche Cover.
Mir gefällt das deutsche aufjedenfall besser. Es passt auch aufjedenfall zu dem Buch, da in dem dort auch Lilien (ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube auch rote) vor kommen. Für mich ist das Cover aber auch rein optisch wirklich toll!

Kommentare:

  1. Das Buch klingt echt toll! Das kommt direkt auf meine Wunschliste.^^ Verdammt, ich sollte echt aufhören, Rezensionen zu lesen. :D

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  2. Pia (Herzensbuecher)13. Juli 2011 um 15:20

    @Debbie: Das sollte ich auch, aber naja, da gibt es sovieles :) Ich hoffe, dass es dir genau so wie mir gefällt, falls du es irgendwann lesen wirst :)

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  3. Hi Pia, schöne Rezi und ganz toll geschrieben. Ich mag aussagekräftige Rezis mit einem gewissen Umfang. Hast du super getroffen :-)
    LG,
    Damaris

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  4. Pia (herzensbuecher)17. Juli 2011 um 11:57

    @Damaris: Vielen, vielen Dank! :)

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