[Rezension] Elkeles, Simone - Leaving paradise (Leaving paradise, #1)

| 2 Kommentare
Autor: Simone Elkeles
Reihe: Leaving paradise
Genre: Liebe/Romantik, Drama
Preis: 7€ (Taschenbuch)
Seiten: 303
Verlag: Flux
ISBN: 978-0-7387-1018-1


Nothing has been the same since Caleb Becker left a party drunk, got behind the wheel, and hit Maggie Armstrong. Even after months of painful physical therapy, Maggie walks with a limp. Her social life is nil and a scholarship to study abroad - her chance to escape everyone and their pitying stares - has been cancelled. After a year in juvenile jail, Caleb's free ...if freedom means endless nagging from a transition coach and the prying eyes of the entire town. Coming home should feel good, but his family and ex-girlfriend seem like strangers. Caleb and Maggie are outsiders, pigeon-holed as "criminal" and "freak." Then the truth emerges about what really happened the night of the accident and, once again, everything changes. It's a bleak and tortuous journey for Caleb and Maggie, yet they end up finding comfort and strength from a surprising source: each other.
Rezension:
Caleb und Maggie kennen sich durch Calebs Zwillingsschwester und Maggies bester Freundin Leah schon ihr Leben lang, richtig beachtet haben sie sich gegenseitig aber noch nie. Jedenfalls gilt das für Caleb. Als er eines Nachts anscheinend betrunken autofährt, trifft er Maggie und sorgt dafür, dass ihr Leben nie wieder das gleiche sein wird...
Maggie ist für ihr Leben verunstaltet. Sie humpelt, da ihr Bein durch den Unfall zerstört und durch sehr viele Narben wurde ihr Bein für sie fast unertragbar. Sie gibt die Schuld ausschließlich Caleb - Schließlich war er der Idiot, der sie getrunken angefahren hat. Und umso groß ist der Schock, als er vorzeitig aus dem Jugendgefängnis entlassen wurde.

Die Mutter von Maggies Mutter und dessen Chefs bietet ihr einen Job an, bei dem sie sich das Geld für ihren Spanientrip erarbeiten kann. Sie ist durch den Unfall so behindert, dass sie ihr Stipendium gestrichen haben und sie deswegen aufforderten, eine für sie unmögliche Menge an Geld zu bezahlen. Als Caleb dann auch noch anfängt, bei der alten Frau zu arbeiten weiß sie nicht, was sie tun soll. Sie will aufjedenfall nichts mit ihm zutun haben. Und dennoch kommen sie sich irgendwie näher...


Der Schreibstil in diesem  Buch ist wirklich sehr, sehr einfach. Besonders die Kapitel die in Calebs Sicht erzählt werden enthalten ziemlich kurze Sätze, meistens auch ziemlich viele Schimpfwörter - was ich zwar als ein ziemliches Klischee empfunden habe - ich gehe einfach mal davon aus, dass Simone Elkeles ihn so wegen seiner Zeit im Gefängnis sprechen lässt - aber trotzdem nicht wirklich störend fand.
Maggies Schreibstil setzt sich aufjedenfall von seinem ab, er ist viel sarkastischer und auch etwas... fließender. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass ich eine Sicht mehr genossen habe als die des anderen. Was für mich ein riesen Lob an die Autorin ist, da dies meistens die Schwierigkeit darin ist, wenn man ein Buch in zwei Sichten schreibt. Meistens ist es so, dass man sich als Leser mehr mit einem Protagonisten identifiziert und den anderen nicht versteht, weswegen man schnell dazu neigt, Stellen aus der Sicht des anderen Charakters flüchtig zu lesen bzw. sogar zu überspringen.

Ein nicht kleines Problem bei diesem Buch waren die Beweggründe des Zweifels von Caleb und Maggie. Beide wissen nicht, ob sie zusammen sein dürfen, weil er sie ja eigentlich verletzt hat und sie sein "Opfer" ist. Deswegen ist er ja auch ins Gefängnis gekommen, jedenfalls sieht es erst so aus.
Meistens geben sie als Grund "an", dass es einfach nicht normal ist, wenn zwei Menschen in so einer Situation ein Pärchen werden. Aber wieso? Ich weiß, dass es nicht gerade die normalste Situation ist. Natürlich. Eigentlich müssten sie sich auch hassen, zumindestens Maggie Caleb dafür, dass er ihr Leben erstört hat. Aber für mich ist das immernoch kein Grund, dauernd so etwas zu sagen. Bei diesem Buch reden wir ja immerhin nicht von irgendwelchen Beziehungen wie Lehrer und Schülerin (zum Beispiel Teach me) oder Schwester und Bruder (zum Beispiel Forbidden). Oder einer Vergewaltigung. Oder seht ihr das anders?
Wie ich schon erwähnte - Wenn ich in Maggies Situation gekommen wäre, würde ich Caleb wahrscheinlich zwar auch nicht wirklich gerne mögen, aber in diesem Fall spricht ja eigentlich nichts dagegen (gut, abgesehen davon, dass sein Beauftragter - also der Mann, der danach schaut, dass er alle Bewährungsauflagen beachtet - Damon das nicht möchte).

Abgesehen von dem Punkt, den ich gerade genannt habe, hat mich das Buch von anfang an total gefesselt und fasziniert. Ich konnte mir dadurch, dass Maggie vor dem Unfall schon etwas für Caleb übrig hatte und er sich nach dem Unfall sozusagen mehr mit ihr beschäftigen MUSS, gut vorstellen, dass die beiden sich näher kommen in mancher Sicht müssen.
Ich musste jedes Mal einfach lächeln, als Caleb sich um Maggie gekümmert hat und ihr bei Dingen, die sie in ihrem "alten", beliebten Leben geliebt hat, geholfen hat. Insgesamt merkte ich als Leser, dass Maggie es mit Caleb viel, viel besser ging und sie auch wieder einen Sinn im Leben hatte (abgesehen von ihrer Spanienreise).

Abgesehen von Caleb und Maggie hat Leaving Paradise zwar nicht sehr einfallsreiche Charaktere zu bieten, aber trotzdem konnte ich mir alle sehr, sehr gut vorstellen. Besonders der Unterschied zwischen den beliebten Schülern (und auch den Familien) und sozusagen den Außenseitern hat mich am meisten schockiert, da ich nicht glauben konnte, dass Maggie wegen ihrer Behinderung einfach ausgeschlossen wurde. Sie tat mir so unglaublich leid, als ihre Mutter sie immer und immer wieder mit ihren alten Freunden "zusammen"bringen wollte und sie sich deswegen nur noch mehr schämte, die anderen aber sie aber trotzdem nach dem Unfall nicht einmal mit dem Hinterteil anguckten. Auch Caleb wird nachdem er entlassen wird von den meisten gemieden, wenn auch nicht so schlimm wie Maggie.
Er war vor dem Unfall auch relativ beliebt, aber seine Freunde hielten nach dem Unfall auch alle zu ihm. Zwar stellte Elkeles es meistens als unangenehm da, aber trotzdem merkt man, dass Caleb zwar um einiges besser dran ist - aber auch damit nicht wirklich zufrieden ist. Ich konnte mich wirklich sehr gut in beide hineinversetzen, sowohl wie schwer es als Behinderte sein muss, irgendwo anzugehören und außerdem auch, was passiert, wenn man so eine Straftag begangen hatte und in eine Kleinstadt wie Paradise zurückkehrt. Aufjedenfall nicht einfach!

Mein Fazit: Leaving Paradise erzählt eine wunderbare Liebesgeschichte, die mich von anfang an fasziniert und gefesselt hat. Zwar habe ich die Beweggründe ihrer Zweifel manchmal nicht verstanden, aber dadurch, dass Simone Elkeles die Geschichte der beiden so interessant und vielfältig gemacht hat, kann ich da sehr gut drüber hinweg sehen. Für mich ist dies aufjedenfall ein Buch, das jeder mal gelesen haben sollte. [4,5 Sterne]





Informationen zu der Reihe:
1. Band: Leaving Paradise
2. Band: Return to Paradise

Cover:
Beide Cover finde ich wirklich wunderschön. Das eine, auf dennen ein Junge und ein Mädchen Händchen halten, ist zwar nicht besonders, aber aufjedenfall ein Hingucker. Das gleiche gilt für das Cover mit dem Schild, das das Verlassen von Paradise symbolisieren soll (durch den Pfeil in eine andere Richtung). Da das Cover des zweiten Bandes so oder so nicht zu dem ersten Band passt, ist es hier eigentlich egal, ob mal das eine oder das andere hat. Eigentlich schade aber immerhin kann man sich dann für verschiedene Editionen entscheiden.

Kommentare:

  1. Wow. Also das Buch klingt ja mal richtig interessant und originell. Ihre anderen Titel sprechen mich sonst nicht so an, aber das hier hört sich vielversprechend an. Danke für den Tipp!
    Weißt du zufällig, ob das vllt bald auf deutsch erscheint?

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  2. Pia (Herzensbuecher)13. Juli 2011 um 15:14

    @Cherry: Bitte!

    Leider nicht. Ich habe mal recherchiert und das, was rauskam, war nicht sehr informativ. Deswegen gehe ich wohl eher davon aus, dass noch nichts in Planung ist. Wundert mich aber ein wenig, da Leaving Paradise usw. eigentlich relativ erfolgreich in den Staaten und England ist :o

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