[Rezension] Zink, Michelle - Liebe und Verrat (Prophezeiung der Schwestern, #2)

| 4 Kommentare
Autor: Michelle Zink
Originaltitel: Guardian of the Gate
Reihe: Prophezeiung der Schwestern
Genre: Liebe/Romantik, Fantasy
Preis: 17,99€
Seiten: 352
Verlag: cbt

Vielen Dank an cbt für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Beschreibung:
Schlimme Nachrichten ereilen Lia, als sie nach einem Weg sucht, um die unheilvolle Prophezeiung zu beenden: Ihre Schwester und Todfeindin Alice schreckt vor nichts zurück, um das Tor für Samael zu öffnen, und hat sich sogar Lias Freund James gefügig gemacht. Nun bleibt Lia nur noch eine Chance, um das Blatt zu wenden: Sie muss die gefahrvolle Reise nach Altus, zum Sitz der Schwesternschaft, auf sich nehmen. Zu spät erkennt sie, dass sich in ihrer Gruppe ein Verräter befindet. Fast hätte dieser Lia ins Verderben gestürzt – da rettet sie in letzter Sekunde Dimitri, ein Gesandter der Schwesternschaft. Um Lia vor dem Zugriff Samaels zu schützen, gibt er die Neutralität auf, zu der ihn seine Position ehern verpflichtet …

Rezension:
In dem Buch Die Prophezeiung der Schwestern: Liebe und Verrat von Michelle Zink geht es, wie in dem Vorgänger, wieder um die beiden Schwestern Alice und Amalia (Lia). Lia ist von Amerika nach England zu ihrer Tante gezogen um dort mit einer Freundin ihre Zauberkräfte zu trainieren, da sie eines Tages mal gegen ihre Schwester antreten muss und diese von Tag zu Tag stärker wird. Nicht zuletzt weil sie einige Regeln bricht, die eigentlich für sie gelten, denkt Lia das sie keine Chance hat.

Dennoch ist ihr Leben in London sehr ruhig, bis sie nach Altus aufbrechen muss. Ihre alte Tante, die in Altus liebt, ist die einzige die weiß wo die letzte Seite der Prophezeiung ist und da sie denkt, dass sie ihr eventuell weiterhilft, macht sie sich mit ihren beiden Freundinnen und ihrem Kutscher - der, da er ein enger Freund ihres Vaters war, als einzigstes den Weg nach Altus kennt - auf den Weg dorthin.
Auf ihrer Reise stößt später auch noch Dimitri, ein "Beamter", dazu und begleitet sie fast die ganze Zeit. Lia fühlt sich außergewöhnlich zu ihm hingezogen, Dimitri auch und die beiden machen keinen großen Hehl daraus. Leider müssen sie aber auch herausfinden, dass sich unter den Reisenden ein Verräter befindet...

Als sie dann in Altus ankommen und Lia mit ihrer sterbenden Tante geredet hatte, machen sich Dimitri und sie auf die gefährliche Suche nach der letzten Seite der Prophezeiung. Ihre Tante hatte sich einen ausgeklügelten Plan ausgedacht und verschiedene Menschen mit verschiedenen Teilen des Weges beauftragt, die sie dann begleiten sollten und dann an den nächsten "Wegführer" übergeben sollten. Bis sie an den falschen Mann geraten...


Der zweite Band der Prophezeiung der Schwestern-Reihe schließt ziemlich nahe an den ersten Band an. Wer den ersten Band schon gelesen hat, sollte das Buch relativ zeitnah nach dem ersten Band lesen. Ich habe das erste Buch schon vor langer Zeit gelesen (und fand es übrigens fantastisch) und hatte manchmal wirklich Probleme, wieder reinzukommen.

Das Buch ist in der Gegenwart und in der Ich-Perspektive von Amalia verfasst. Die Zeitform der Gegenwart ist zwar nicht mein Liebling, da ich finde, dass diese Zeitform den Büchern meistens etwas kurzlebiges gibt, hier hat sie mich aber nicht sonderlich gestört. Zwar waren die Sätze stellenweise etwas abgehackt, was, aber, denke ich, an der Zeitform liegt.
Der Schreibstil  eher altertümlich, was ich aber garnicht soo schlecht fand, da das Buch auch vor einer langen Zeit spielt. Ein jugendlicher Schreibstil hätte hier, so oder so, nicht gepasst, selbst wenn mir dieses altertümliche nicht gefallen hätte.

Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an den zweiten Teil, da ich den ersten Teil wirklich geliebt habe und es nicht erwarten konnte zu wissen, wer gewinnen wird oder wie die Prophezeiung ausgeht. Da ich schon viele schlechte Rezensionen über das Buch gelesen habe und eigentlich relativ gut auf ein eher enttäuschendes Erlebnis vorbereitet war, kann ich aber trotzdem nicht fassen, dass der zweite Teil der Reihe so viel Schlechter als der Erste ist.

Es gibt immer wieder Ansätze für richtig gute Überraschungen, aber leider hat mich keine von ihnen richtig vom Hocker gehauen. Klar, es gab schon ein paar Seiten mit einem "Oh"-Effekt, aber leider haben mich die vermeindlich großen Überraschungen nie überzeugt.
Ein gutes Beispiel ist zum Beispiel die Altus-Reise. Wie schon in der Inhaltsangabe erwähnt, befindet sich ein Verräter unter den Reisenden und schon von anfangan wird eine Person dazu verdächtigt. Dem Leser ist die ganze Zeit klar, dass sie es nicht sein kann und auch, wenn es den Leser auch erschreckt, wer der wirkliche Verräter ist, haut es niemanden vom Stuhl. Wahrscheinlich hängt dieser fehlende Überraschungsfaktor damit zusammen, dass nie wirklich eine Gefahr entsteht (Sei es durch den ersten Verräter, sei es bei der Suche nach der letzten Seite der Prophezeiung oder sonst wo), denn egal wann die Freunde mal in Gefahr geraten: Eine richtige Verfolgungsjadg entsteht nie. Selbst wenn irgendwann mal eine klitzekleine bremslige Situation entsteht, ist dem Leser immer klar, dass nichts passieren wird.

Dann war da noch die Beziehung zwischen Lia und Dimitri. Schon als die beiden sich das erste Mal getroffen haben, merkt man, dass die beiden sich gegenseitig anziehen und sich beide nicht dagegen wehren. Was ich wiederrum schon komisch finde, da es zu dieser Zeit ja eigentlich nicht üblich war seine Liebe zu zeigen und auch wenn Lia ab und zu mal ein kleines bisschen zweifelt, richtig "überzeugend" ist es dennoch nicht.
Naja, jedenfalls kam mir diese Verliebtheit, ohne das sie sich kennen, sehr unrealistisch vor. Es läuft eigentlich so ab, dass Dimitri Lia und ihre Freunde vor ein paar Höllenhunden rettet (auf der Altus-Reise) und dann sagt Dimitri sofort schon das sie alles für sie tun würde. Das hatte ein bisschen etwas von Edward und Bella, ihr wisst ja alle, wie sehr ich die beiden liebe ;)
Die Idee, dass Dimitri seine eigentlichen Geschäftsregeln übers Bord wirft, ist garnicht so schlecht. Ich weiß gerade nicht genau wie die Leute heißen, zu dennen er gehört, aber sein Job ist es über die "Anderswelt" (Eine Welt, in der die Geister, die keine Ruhe gefunden haben, leben und in der sich Lia und Alice manchmal treffen) zu wachen und zu sorgen, dass sich alle an die Regeln halten. Er sagt von sich selber, er seie ein Beobachter und darf eigentlich nicht eingreifen.
Ich bin zwar sonst ein hoffnungsloser Romantikliebhaber und fand die Beschreibungen zwischen den beiden auch relativ unterhaltsam (Das Küssen, dieses (un)überzeugende Hin-und-Her wegen Lias Etikettenbedenken), aber leider kommt mir das alles total unrealistisch vor. Ich meine, Lia ist, 1. eine junge Dame die zuerst in einer ziemlich verklemmten Gesellschaft gelebt hat und eigentlich schon verliebt (und in einer Beziehung mit James) ist (Darüber denkt sie übrigens auch nur sporalisch nach - nach kurzer Zeit denkt sie entweder nicht mehr drüber nach, es ist ihr egal oder sie verdrängt James). Trotzdem schmeißt sie sich an Dimitris Hals und verliebt sich schon (relativ offensichtlich) nach kurzer Zeit in ihm. Von der bezaubernden Liebesgeschichte zwischen James (jedenfalls der, die noch in dem ersten Band existierte) ist aufeinmal nichts mehr übrig, geschweigedenn kann die Sache zwischen den beiden James das Wasser reichen.

Und 2. - Wenn du ein Mädchen noch garnicht kennst und sie bisher vielleicht einmal gesehen hast, würdest du ihr dann sofort "Ich fühle mich zu dir hingezogen" (geschweigedenn "Ich würde alles für dich tun") ins Gesicht sagen? Mal ganz im Ernst. Das kann doch nicht Frau Zinks Ernst sein, außer, sie möchte, dass wir an Dimitri zweifeln. Jedenfalls hat mich das ganze Nicht überzeugt. Ob es jetzt ein ziemlich deutlicher Wink in Richtig "Dimitri = Verräter" ist, oder ob es einfach eine unglaubwürdige Liebesgeschichte ist, weiß ich nicht.

Die Charaktere sind in dem zweiten Teil ziemlich oberflächlich geworden. Lia, die ich eigentlich gemocht habe, ist mir teilweise ziemlich auf den Keks gegangen und von ihren Freundinnen will ich garnicht erst anfangen. Für die Charaktere, die man in diesem Buch neu kennenlernt, gilt das gleiche. Sehr schade eigentlich, weil ich die Charaktere in dem ersten Buch nicht so flach und oberflächlich im Gedächtnis habe :(


Mein Fazit:
Leider kann ich der schwachen Forsetzung von der Prophezeiung der Schwestern-Reihe nur zwei Schmetterlinge geben, da mich die Vorhersehbarkeit und die schwachen Charaktere so enttäuscht haben. Zudem hat dem Buch auch noch einiges an Spannung gefehlt, weswegen ich das Buch wahrscheinlich niemanden empfehlen würde. Ob ich den dritten Band der Reihe lese, weiß ich noch nicht.
 
Infos zur Reihe:
1. Band: Prophezeiung der Schwestern (OT: Prophecy of the Sisters)
2. Band: Prophezeiung der Schwestern: Liebe und Verrat (OT: Guardian of the Gate)
3. Band: ??? (OT: Circle of Fire, 1.August.11)

Das Cover:
In diesem Fall gefällt mir das deutsche Cover vieeeeeeeeeeeeeeel besser. Die Schnörkeleien, das Pink, das Foto auf dem Cover... hach. Auch wenn es eigentlich nicht meinem "Weniger ist mehr"-Geschmack entspricht. Das englische Cover kommt mir dafür irgendwie einfallslos vor.








Die Autorin:
Michelle Zink ist im Süden Kaliforniens aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie in New York. Schon immer hat es sie fasziniert, alte Legenden und Erzählungen zu hinterfragen und weiterzuspinnen. Bisweilen entstanden daraus ganz eigene, neue Stoffe – und so kam ihr auch die Idee zur »Prophezeiung der Schwestern.« (c) cbt/cbj

Kommentare:

  1. Das hört sich ja gar nicht gut an : / Vor allem der Vergleich mit Bella und Edward ist schon ein Grund das Buch nicht zu kaufen.
    Eigentlich steht der erste Teil der Reihe schon seit längerer Zeit auf meiner Wunschliste. Allerdings habe ich jetzt schon öfter kritische Meinungen dazu gehört und gerade deine Rezension bringt mich jetzt doch dazu, das Buch erstmal nicht zu kaufen. Dabei hört sich die Reihe gar nicht mal so schlecht an. Aber alle Punkte, die du ansprichst, würden mich wohl auch gewaltig stören, also lasse ich die Finger lieber erstmal davon : D

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  2. Ich habe mich vor andethalb Jahren durch Band 1 gequält, den ich als Leseexemplar in meinem Thalia-Praktikum bekommen hatte. Ich fand es wirklich grausam! Langweilig ohne Ende und die Charaktere mochte ich auch nicht.
    Dabei finde ich gerade auch die Cover so schön...

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  3. Bei dieser Rezension muss ich vollkommen zustimmen =/
    Allerdings habe ich den ersten Teil schon nicht so toll gefunden und gehofft, dass der zweite mal etwas mehr Spannung bietet. Nur waren so viele Seiten mit langweiligen "Lückenbüßern" gefüllt - ich erinnere mich da nur an diese ewige Reise, die einfach nicht zu ende gehen wollte - dass kaum Platz für Story blieb.
    Man kann echt nur die Daumen drücken, dass der dritte Teil endlich all das bietet, was im zweiten so sehr gefehlt hat.

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  4. @Jennyfer: Das hört sich jetzt vielleicht dumm an, aber den ersten Teil könnte ich dir eigentlich ohne Bedenken empfehlen. Ich habe ihn wirklich geliebt und richtig schnell ausgelesen. Das Problem ist dann halt, dass der zweite Band aufjedenfall eine Enttäuschung sein würde und ich bin mir nicht sicher, ob der dritte Band dann genau so gut wieder erste wird. Ist eigentlich schade, denn wenn du nur den ersten Band liest ist das ja eigentlich auch nichts halbes und nichts ganzes, oder?

    @Colliding Worlds: Schade, dass du den ersten Band nicht so mochtest, aber naja, jedem das seine. Den zweiten musst du jedenfalls nicht lesen, haha ;)

    @Cherry: Und ich habe so sehr gehofft, dass ich deiner Rezension nicht zustimmen kann xD
    Ich hoffe auch, dass der dritte Band wieder viel besser wird. Wenigstens auf dem Niveau von dem ersten Band, dann wäre ich ja schon zufrieden. Naja, wir werden es sehen :/

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