[Rezension] Nelson, R.A. - Teach me

| 8 Kommentare
Autor: R.A. Nelson
Im Original: Teach me
Reihe: -
Genre: Liebe/Romantik
Preis: - Auf deutsch nicht mehr neu erhälltlich
Seiten: 341
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-35262-4



Nine hat sich verliebt. Unsterblich, unbedingt, grenzenlos. Verliebt in ihren Lehrer Richard Mann. Mann ist neu an der Schule und begeistert durch seine unkonventionelle Art Literatur zu unterrichten, durch sein Aussehen, seine jugendliche Aura. Er ist fasziniert von der Klugheit Nines, lässt sich auf sie ein. Nine verliert nach und nach alle sicheren Koordinaten ihrer Daseinsmatrix und schließlich sich selbst. Dann der harte Aufprall: Richard Mann verlässt sie. Nine gibt nicht auf, verfolgt wie besessen den "Verräter". Erst als sie beginnt, das Geheimnis dieses Mannes, der in ihr Leben einbrach, zu entzaubern, findet sie zu sich selbst zurück.

Rezension:
Nine ist fasziniert von Mr. Mann. Er ist anders als die anderen Lehrer, attraktiv, interessant. Sie beobachtet ihn heimlich, stellt ihm nach... verliebt sich in ihn. Doch ist es richtig seinen Lehrer zu lieben? Selbst das fragt sich Nine nicht als sie Richard nacheifert und schließlich auch zu dem kommt, was sie will. Seine Liebe.
Die Beiden verabreden sich und verstecken ihre Liebe vor den anderen. Es scheint alles so schön zu sein, bis Mr. Mann einfach ohne Grund mit ihr Schluss macht.

Nine kann es nicht fassen. Wieso macht er mit ihr Schluss? Wieso, verdammt nochmal, will er es ihr nicht sagen? Sie kann nicht mehr schlafen, denkt immer an ihn.. Und entwickelt einen unglaublichen Hass auf ihn, in dem sie einige ... schlimme Dinge tut, die ihn bedrohen sollen. Sie ist fest entschlossen, herauszufinden, wieso er sie einfach verlassen hat.


Der Schreibstil hat mir das Lesen richtig schwer gemacht. Abgehackte Sätze, Metaphern die aus dem Nichts kommen und so weiter. Stellenweise hat Nine für meinen Geschmack viel zu viel vor sich hinsinniert und irgendwelche Metaphern, die m.M. nichts mit dem eigentlichen Geschehen zutun hatten, aufgegriffen. Stellenweise kam mir das leider so vor, als hätte die Autorin sich einfach willkürlich etwas ausgedacht und einfach reingeworfen um es etwas poetischer klingen zu lassen. Um danach plötzlich mit der eigentlichen Handlung weiterzufahren. Und das hat es um Gottes willen nicht. Ich bin ganz ehrlich - ich war schon länger auf Seiten, auf dennen "Möchtegern"-Autoren ihre Sachen veröffentlichen, unterwegs, und das hat mich stark daran erinnert.  Ein paar Beispiele:
1. Ein Kerzenlicht, sein Bett. Emily, die über uns wacht, ein perlmutterner, blaustrümpfiger Gott.
2. Komm her. Ich lasse dich herein. Heute hat der Mond einen Hof. Das passiert, wenn Zirruswolken am Himmel stehen und sich das Licht in der Sonne in den winzigen Wassertröpfchen oder Eiskristallen bricht.
3. Aussichtslos verloren. Eine beschädigte Raumsonde, die mit einer Geschwindigkeit von über fünfzehntausend Kilometern die Stunde zur Erde stürzt, löst sich unterwegs in ihre Bestandteile auf. Manche Bauteile sind so stabil konstruiert, dass sie nahezu alles aushalten. Andere sind unglaublich empfindlich. [...]
Dann kommt für mich auch noch erschwerend hinzu, dass Nine lustig vor sich her fachsimpelt. Ich denke, dass man dadurch, dass Nine die ganze Zeit mit schweren Physikbegriffen um sich schmeißt, besonders merken soll, wie klug Nine doch ist. Aber das hat mich einfach nur sehr gestört. Ich meine, wie soll ein einfacher Leser verstehen, wie sie die schwersten Physikbegriffe als Metaphern einwirft? Darüber könnte ich mich jetzt noch stundenlang aufregen.

Die Handlung hat mir anfangs wirklich gut gefallen. Wenn ich das Problem mit dem Schreibstil ganz weit in mein Hinterstübchen packte, konnte ich mich auch einigermaßen darauf konzentrieren, wie die beiden sich kennenlernten. Nine und Mr. Mann haben mich am anfang total fazsiniert, sodass ich kaum erwarten konnte, wie die beiden sich näher kamen. Doch die anfängliche Begeisterung verflog schnell.

Und dann fing der Wahnsinn an. Als Richard Nine verlies, würde ich als vernünftiges Mädchen zwar lange trauernd (und mit meinem besten Freund/bester Freundin einige Hasstiraden anzetteln), wahrscheinlich würde ich auch unbedingt wissen wollen, wieso mich ein Mensch einfach so verlässt. Ich glaube, dass das jeder wissen wollen würde.
Aber nicht Nine. Ich konnte mich null prozent in sie hineinversetzen als sie zu wahnsinnigen Aktionen wie Marmelade (sie sprachen, als sie noch zusammen waren, von einer Marmelade die von bestimmten Mönchen hergestellt wurde und unglaublich köstlich ist) auf seinem Bett zu verteilen. Oder bei Sachen, seinen Koffer auf dem Flughafen mitgehen zu lassen, hört bei mir auch aufjedenfall der Spaß auf. Ob die Verabscheuung des Lesers Nine gegenüber gewollt war, kann ich nicht sagen, mir kam es aber eher nicht so rüber. Wenn ja, dann müsste man als Leser wirklich starke Nerven haben.

Durch den Wahnsinn von Nine kommt das Thema, Leher-Schüler Beziehung auch viel zu kurz. Ich hätte mir ein wenig mehr Drama, vielleicht jemanden, der sie einmal verrät oder soetwas in der Art, gewünscht. Die Beiden treffen sich ja immer nur irgendwo abseits und werden wirklich nie erwischt, auch der anfängliche Verdacht Schulyer hätte Mr. Mann verpetzt hat sich schnell verflüchtigt.

Wie die Handlung haben mich einige Charaktere am Anfang wirklich fasziniert. Nine nicht unbedingt, nur Mr. Mann fand ich unglaublich interessant und attraktiv. Auch wenn ich Mr. Mann gegen Ende des Buches auch noch gut fand, ändert dies meine Stellung zu dem Buch leider nicht.
Wie oben schon erwähnt konnte ich mich nicht in Nine hineinversetzen. Ihre Handlungen waren für mich einfach viel zu undurchsichtig und verrückt, dass ich sie verstehen könnte. Die anderen Charaktere wie zum Beispiel Nines Mutter, Vater oder Alicia waren für mich auch etwas zuviel des guten. Ich hatte das Gefühl, dass R.A. Nelson die Charaktere besonders - durch komische Kleidungen und Beschreibungen, die es für mich unmöglich gemacht haben, mir die Charaktere vorzustellen - orginell machen wollen würde - was der Autor aber meiner Meinung nach weit verfehlt hat.

Mein Fazit: Leider hat mich dieses Buch unglaublich enttäuscht. Der Schreibstil, die Handlung - Einfach alles. Da ich den Anfang noch relativ gut fand, gibt es von mir einen gut gut gemeinten Punkt.



Das Cover:
Die Cover von den englischen und deutschen Ausgaben unterscheiden sich zwar, stellen aber alle einen Apfel auf schwarzem Hintergrund dar. Ich finde die Idee insgesamt sehr, sehr gut und finde auch das dieses mal ALLE Editionen toll aussehen.
Ich interpretiere einfach mal ein wenig - Ich denke, dass der Apfel durch Adam und Eva das Verbotene zwischen Mr. Mann und Nine darstellt, auch wenn diese Problematik für meinen Geschmack - wie schon erwähnt - in diesem Buch einfach viel zu kurz vorkommt.

Kommentare:

  1. Danke für deine ausführliche Rezension! Mir ist das Buch vor einiger Zeit mal aufgefallen und ich bin erst daran hängen geblieben, weges des Covers....aber was du so darüber schreibst....und dass das Buch nicht mehr erhältlich ist, sagt ja auch einiges aus...

    lg, Cara

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  2. Also ich hab es gelesen und mochte es eigentlich sehr gerne :) Aber Geschmäcker sind verschieden und inzwischen würde ich es glaube ich auch ein bisschen anders sehen ;)

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  3. Teach me ist das Lieblingsbuch einer Kollegin von mir. Ich hab es mir mal von ihr ausgeliehen und auch gelesen und konnte absolut nicht verstehen, was sie an dem Buch findet. Schön dass ich mit der Meinung nicht alleine da stehe :-)

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  4. Da streben unsere Welten deutlich auseinander. xD

    "
    Durch den Wahnsinn von Nine kommt das Thema, Leher-Schüler Beziehung auch viel zu kurz. Ich hätte mir ein wenig mehr Drama, vielleicht jemanden, der sie einmal verrät oder soetwas in der Art, gewünscht. Die Beiden treffen sich ja immer nur irgendwo abseits und werden wirklich nie erwischt, auch der anfängliche Verdacht Schulyer hätte Mr. Mann verpetzt hat sich schnell verflüchtigt."

    Ich war froh, dass gerade so etwas nicht passiert ist, weil dann wäre das Buch ja gewöhnlich geworden. Aber naja, Geschmackssache ^^

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  5. R.A. Nelson ist übrigens ein Mann, keine Frau.

    Ich fand den Schreibstil alles andere als stümperhaft. Ich bin froh, wenn Autoren aus dem altbekannten Muster ausbrechen und sich mal was trauen. Nelson ist meiner Meinung nach ein wahrer Meister darin. Auch die Physik-Metaphern fand ich super und ich hab selbst echt wenig Ahnung von Physik.

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  6. Pia (herzensbuecher)17. Juli 2011 um 11:53

    @Cara: Wieso das Buch nicht mehr erhälltlich ist, weiß ich nicht genau. Ich denke aber auch das es irgendwie daran liegen wird, dass sich das Buch nicht verkauft hat oder soetwas in der Art.

    @Miss Pinoli: Genau. Ich kenne auch viele, die das Buch sehr gerne mochten. Ich habe früher auch viele Bücher gelesen und rezensiert die ich jetzt anders bewerten würde, aber das ist ja auch relativ normal.

    @Rishu: Da bin ich auch froh, da es ja nicht viele nicht so toll finden :)

    @Cherry: Ich denke, dass es bei Teach me wieder so ein "Lieben-Oder-Hassen"-Fall ist :) Ich komme nicht mit zu abstrakten Metaphern klar, das habe ich schon in anderen Büchern gemerkt.

    Wahrscheinlich hat mich das so gestört (also das die Lehrer-Schüler-Problematik so wenig vorkommt) weil ich mir etwas vollkommend anderes vorgestellt habe. Hätte ich den Klappentext gelesen, hätte ich wahrscheinlich erst recht nicht zu dem Buch gegriffen. Aber naja.

    @Miss Bookiverse: Okay, das kann man immer anders sehen. Ich kann mich grundsätzlich fast garnicht in einen Schreibstil hineinfinden, der so abstrakte Metaphern und Beschreibungen benutzt. Ich habe da auch schon in mehreren Büchern Probleme gehabt, bei Nina Blazon war es das erste Mal, dass ich diese Poesie einigermaßen gemocht habe.
    Und deswegen habe ich auch wahrscheinlich hier so einen riesen Kritikpunkt gesehen. Natürlich will ich keinen angreifen, der solche Schreibstile mag :)

    Wie oben schon gesagt war meine Ärgernis über den "Wahnsinn" von Nine wahrscheinlich deswegen so groß, weil ich etwas vollkommend anderes von dem Buch erwartet habe. Eigentlich habe ich keine Probleme mit etwas anderen Romanen (Bleeding Violet habe ich zB geliebt), wahrscheinlich lag es einfach nur an dem Buch.

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  7. Keine Sorge, hab mich nicht angegriffen gefühlt, nur dazu motiviert meine Gegenmeinung kundzutun ;)

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  8. Ich habe das Buch gelesen, als ich 12 o. 13 war cirka glaube ich und fand es richtig toll udn schön. Natürlich aber auch traurig, doch erst einmal gut! Ich denke auch, dass ich es heute immernoch so toll finden würde und schade, dass dir es nicht gefallen konnte, aber so ist das. Geschmäcker sind verschieden! =)

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