[Rezension] Malkin, Nina - Ohnmächtig (Swoon, #1)

| 2 Kommentare
Autor: Nina Malkin
Orginaltitel: Swoon
Reihe: Swoon
Genre: Liebe/Romantik, Fantasy, Drama
Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Seiten: 414
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-21544-5

Vielen Dank an den Verlag Rowohlt für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Beschreibung:
Dice wird von ihren Eltern von New York City in die langweilige Kleinstadt Swoon verpflanzt. Hier ist normalerweise überhaupt nichts los. Bis Dice' Cousine Pen von einem Baum fällt und ein Geist in ihren Körßer hineinfährt. Sein Name? Sinclair. Seine Mission? Rache für die Ermordung seiner Geliebten vor 300 Jahren. Und während Pen seine Macht über sie nicht wahrnimmt, spürt Dice diese umso mehr. Sie fühlt sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen, gleichzeitig ist sie entsetzt über die Verwüstungen, die er in Swoon anrichtet.

Entschlossen, den Dämon auszutreiben, vollzieht sie ein Exorzismusritual, wobei sie Sin versehentlich befreit und ihm seinen - sehr attraktiven - Körper zurückgibt. Jetzt hat sie es mit einem viel gefährlicheren Gegner zu tun, der mit blendendem Charme die Moral der ganzen Stadt zum erliegen bringt. Doch das größte Problem: Dice ist in ihn verliebt.

Rezension:
In dem ersten Band der Swoon-Reihe geht es um die junge Dice, bei der fälschlischerweise Epilepsie diagnostiziert wurde. Wieso fälschlicherweise? Schon ihre Oma hatte gelegentlich Anfälle, in dennen sie Visionen hat und weil ihre Eltern natürlich nicht glauben wollen, dass ihre eigene Tochter so wie ihre durchgedrehte Oma ist, pledieren sie auf Epilepsie. Das ist Dice auch viel lieber - sie ist so oder so schon nicht wie ihre beliebte Cousine Pen.
Als Pen eines Tages von einem Baum fällt und Dice darauf eine Vision bekommt, beginnt sich Pen ganz anders als vorher zu verhalten. Daraufhin begreift Dice, dass es nur eins sein kann, was ihre Cousine so komisch sein lässt: Ein Geist. Sinclair Youngblood Powers. 

Dice will nicht, dass ihre Cousine irgendwas Dummes anstellt und vollzieht daraufhin ein Exorzismusritual, das Sin ihr im Körper von Pen erklärt. Pen ist nachher von Sin befreit. Doch nun haben sie ein ganz anderes Problem: Sin hat seinen Körper wieder zurückbekommen und ist nun auf Rachemission durch Swoon unterwegs. Aufeinmal passieren die komischsten Sachen (Ehebruch, unerwartete Commingouts und Orgien), woraufhin die ganze Stadt kopftsteht. Sinclair will die Familien, die zu seiner Zeit gelebt haben und bei dem Mord seiner geliebten Hannah mitgewirkt haben, leiden lassen und dann von der Oberfläche verschwinden.
Und nur Dice weiß, was mit der Stadt geschiet. Was soll sie nur machen? Vorallem - wie kann sie Sin zur Vernunft bringen? Sie will ihn nicht vernichten - weil sie ihn liebt...


Der Schreibstil ist das Einzige gute an dem Buch - er ist leicht und lässt sich, auch wenn man am liebsten schreien würde, wenn man das andere liest, lesen. Wenn man sich richtig angestrengt hat, hat man auch einigermaßen gut mit den anderen Unebenheiten abfinden und muss nicht immer darüber nachdenken. Aber wirklich nur, wenn man sich sehr anstrengt.

Ohmächtig hatte für mich einige größere Fehler was die Realität angeht - Fangen wir bei Swoon an. Nämlich diese Vertrauenssache mit den offenen Türen ist mir nicht ganz geheuer, ich meine, ist das wirklich möglich? Denkt man sich da nicht - was ist, wenn einer aus den Nachbarsort kommt und mir mal eben alle Sachen abräumt?
Die offenen Türen haben im Laufe der Geschichte zwar auch eine kleine Rolle (weil die Leute ungebeten in das Haus anderer können gibt es öfters "Überraschungsmomente", dennoch: Ich fand es nicht wirklich realistisch und habe mich immer gefragt, ob sowas überhaupt möglich sein würde. Vorallem: Wenn Dice immer alleine ist und sie dann zum Beispiel einen unerwarteten Besucher hat, hat man dan nicht Angst, dass zum Beispiel ein Mörder oder ein Vergewaltiger einfach hereinspaziert?
So war es für mich zum Beispiel auch nicht realistisch, dass Dice ganz alleine lebt und ihre Eltern mal ab und zu vorbeischauen. Sie konnte zwar bei ihrer Tante essen geht und so weiter, aber es wird schnell klar, dass Dice dort ein ungebetener Gast ist (Lainie denkt sogar, dass sie einen schlechten Einfluss auf Pen hat). Ihre Mutter ist immer in New York, weil sie dort für ein Magazin schreibt und sie außerdem das hin-und-her Fahren nervt, ihr Vater kommt nur selten nach Swoon, weil er ein starker Allergiker ist und der Pollenflug auf dem Land stärker ist als in New York.

Die Sache mit den Spitznamen (in der Stadt wird niemand bei seinem richtigen Namen genannt - was übrigens auch direkt angesprochen wird) fand ich zwar auch ganz lustig, fand ich aber nicht unbedingt nötig. Pen heißt eigentlich Penelope; Dice Candy; Marshall Kristin (Also Kristin Marshall) und so weiter. Mich hat es übrigens auch ein bisschen gestört, dass Dice ihre Mutter "Momster" genannt hat, aber das liegt wahrscheinlich eher an mir. Weiß jemand, ob man seine Mutter in den USA wirklich so nennt?

Dann waren da ja auch noch Sinclair und Dice. Ganz abgesehen, dass ich etwas an Dice Geschmack zweifle (Sie beschreibt ihn als attraktiv mit buschigen Augenbrauen, schiefen Zähnen usw.), verliebt sie sich für meinen Geschmack viel zu schnell und vorallem ohne Grund in ihn (ganz abgesehen davon, dass sie das für ungefähr alles als Grund nennt und ungefähr hunderttausendmal wiederholt).
Nachdem sie vielleicht zwei drei Mal durch Pen mit Sin geredet hatte, ist sie schon fest entschlossen, in ihn verliebt zu sein. Sie überlegt sich sogar ernsthaft, ihn in Pen zu lassen, weil sie ihn "nicht verlieren möchte". Wie gesagt - das kam mir ziemlich überstürzt. Zwar agiert Dice in anderen Situationen auch nicht unbedingt sehr klug, aber dennoch fand ich, dass das eher einer harmlosen Schwärmerei glich. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll - aber diese Liebe war einfach liebelos hingeklatscht und mir kam es auch stellenweise so vor, als hätte Nina Malkin den Part, in dem sie sich richtig verlieben - Wie zum Beispiel bei Nach dem Sommer - und sich langsam kennenlernen bewusst ausgelassen. Fragt mich aber bitte nicht wieso.

Dice hatte immer Eingebungen, die im Endeffekt richtig waren. Wirklich. So ohne nachzudenken, ohne ein bisschen rumzugrübeln. Ich will nicht zuviel verraten, aber später möchte sie herausfinden was Sinclair genau ist (weil er ja seinen richtigen Körper wieder zurück hat und folgedessen kein Geist mehr ist) und findet wirklich ohne viel Anstrengung heraus, was er nun ist.
Kam mir leider so vor, als hätte Frau Malkin keine Lust gehabt, den Leser auf die falsche Fährte zu führen und vielleicht ein bisschen Spannung zu erzeugen.  Im Idealfall hätte uns Frau Malkin in dem Buch durch falsche Fährten ein bisschen im Kreis geführt und dann vielleicht die Sache, die er ist, noch interessanter und vorallem überraschender gemacht.

Dazu kommt noch, dass das, was Sin anrichtet, ziemlich verwirrend ist bzw. verwirrend erzählt wird. Wer geht jetzt mit wem fremd? Wen will Sin sich noch vornehmen, wer hat was mit Hannahs Tod zutun, wer nicht? Die ganzen Namen habe mich einfach durcheinander gebracht und ich konnte deswegen auch kaum was verbinden. Ich bezweifle, dass ich nicht genug aufgepasst habe, aber natürlich kann das auch an mir liegen. Ich wäre dennoch in dieser Hinsicht vorsichtig (falls ihr das Buch nach meiner Rezension noch lesen wollt).

Die Charaktere haben mich durchgehend nicht gerade begeistert. Vorallem Dice Verhalten war für mich in vieler Hinsicht immer ein Rätsel und außerdem war ich sehr von Sinclair enttäuscht, ich hätte ihn mir irgendwie mysteriöser und interessanter vorgestellt. Vielleicht wollte die Autorin ihn dadurch auch greifbarer für die Leser machen, was, meiner Meinung nach, nicht so toll gelungen ist, da ich mir von anfang an (auch mit Anstrengung) gedacht habe, dass Sinclair eigentlich anders sein muss.
Ansonsten wimmelt es in dem Roman nur so von flachen Teenagercharakteren. Pen ist ganz nett aber auch eher die beliebte High School-Tusse, was auch für die anderen Freundinnen von Dice gilt. Besonders interessante Jungen gibt es auch nicht: Die Beliebten und die Kiffer.


Mein Fazit:
Ich gebe Ohnmächtig von Nina Malkin noch einen (gut gemeinten) Schmetterling, weil ich mich zwar durch das Buch quälen musste, mich der Schreibstil aber stellenweise auch "gerettet" hat. Ich empfehle es keinem, zu lesen - ich werde den zweiten Band auf keinem Fall lesen. Es gibt auch noch andere Bücher von Nina Malkin, die eher in Highschooldramen gehen. Ich habe schon beim Lesen des Buches gemerkt, dass das nicht ihre "Genre" ist - das Buch ist einfach zu "einfach" dafür (Siehe Beispiel oben: Dice verliebt sich schnurstracks in Sin - was eher einer jugendlichen Schwärmerei gleicht à la ich kenne dich kaum aber ich liebe dich, ganz einfach die anderen unglaublichen Dinge) und würde wahrscheinlich besser ohne die Fantasyelemente aussehen. 






Informationen zur Reihe:
1. Band: Ohnmächtig (OT: Swoon)
2. Band: Titel noch unbekannt (OT: Swear)

Ich weiß nicht, ob es noch mehr als zwei Bände geben wird, irgendwie finde ich leider nichts dazu heraus.

Das Cover:
Das englische und das deutsche Cover sind identisch, nur die Schrift ist anders (und außerdem ist mal wieder der Verlag mehr draufgedruckt als im englischen - weiß eigentlich jemand wieso das hier soviel gemacht wird?). Ich finde das Cover nicht unbedingt schlecht, besonders schön ist es für mich aber auch nicht. Zu dem Inhalt passt auch nur der Baum im Hintergrund (Dort wo Pen hinunterfällt und Sin erhängt wurde), das Mädchengesicht vorne kann ich mit nichts besonderem verbinden.

Die Autorin:
Nina Malkin ist eine amerikanische Autorin und Journalistin für Popkultur und Lifestyle. Sie schreibt und lebt mit ihrem Mann in Brooklyn für die Elle, Cosmopolitan und die New York Times.

Kommentare:

  1. Schade, die Beschreibung mit den Orgien und so klingt eigentlich sehr amüsant :-(
    Das mit den offenen Türen ist in Filmen aber auch oft so. Also in diesen Kleinstädten, wo es neben der normalen Tür noch diese Fliegengittertür gibt, da können die Leute auch immer einfach so reinspazieren. Andere Mentalität?
    Ich finds interessant, dass das Cover letztendlich doch das gleiche wie das englische geworden ist. Bei Amazon ist der Mund des Mädchens nämlich noch zu.

    Zu Delirium: weder noch. Es war nicht schwieriger zu lesen als andere englische Bücher vorher, aber ich glaube es war einfach das falsche Buch zum falschen Zeitpunkt. Ich hatte nicht die Lust, zuhause viel zu lesen und der Arbeitsweg ist jetzt wieder so kurz, dass ich kaum ein paar Seiten pro Tag geschafft habe (bei englischen Büchern lese ich echt langsam *g*).

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  2. @Rishu: Okay, hm, das stimmt wiederrum auch. Da habe ich in Filmen nie wirklich drauf geachtet, aber da das in Ohnmächtig so eine "wichtige" Rolle spielt, ist mir das einfach aufgefallen. Ich bezweifle aber, dass das in Wirklichkeit so ist.

    Da bist du nicht die einizige! Ich habe anfangs echt wie eine Schnecke gelesen, mittlerweile geht es. Ich hoffe auf Besserung :)

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