[Rezension] Blakely-Cartwright, Sarah - Red Riding Hood

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Autor: Sarah Blakely-Cartwright
Im Orginal: Red Riding Hood
Reihe: -
Genre: Liebe/Romantik, Fantasy
Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Seiten: 290
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16124-1

Vielen Dank an den Verlag cbt für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!


Beschreibung:
Zehn Jahre ist es her, dass Valeries Kindheitsfreund Peter verschwand und Valerie beim nächsten Vollmond einem Werwolf gegenüberstand – und von diesem verschont wurde. Nun ist Peter wieder da, und als sie ihn wiedersieht, packt die jetzt siebzehnjährige Valerie dieselbe wilde Leidenschaft wie dereinst. Zwar ist sie dem wohlhabenden Henry Lazar versprochen, aber Valerie würde alles dafür tun, um Peter nicht wieder zu verlieren. Doch dann wird am Tag nach Vollmond der leblose Körper eines jungen Mädchens gefunden. Kratzspuren und Bisse sprechen eine eindeutige Sprache: Der Werwolf ist zurück, und er hat sich ausgerechnet Valeries Schwester Lucie geholt. Alles deutet darauf hin, dass der Wolf allein wegen Valerie gekommen ist und nicht ruhen wird, bis er auch sie in seiner Gewalt hat…

Rezension:
Red Riding Hood spielt in dem Dorf Daggerhorn, das schon seit vielen Jahren von einem Werwolf belästigt wird. Die Bewohner haben so eine riesige Angst vor dem Untier, dass sie bei jedem Vollmond eine neue Familie auswählen, die dann ein Tieropfer bringen muss. Bisher konnten die Dorfbewohner den Wolf damit beschwichtigen. Bis jetzt.

Peter, ein alter Freund von Valerie und verhasst von fast allen Dorfbewohnern, kehrt in der Erntezeit zurück und versetzt Valerie damit in helle Aufregung. Sie war schon als Kind in ihn verliebt und als er das Dorf überraschend mit seinem Vater verlassen musste, tat dies ihr sehr weh. Ihr ist egal was die anderen von ihm denken - Sie spürt, dass die beiden zusammen gehören. Doch sie hat noch ein anderes Problem: Sie ist jemanden versprochen: Henry Lazar. Ein reicher Schmiedesjunge aus dem Dorf...
Nachdem die Menschen in Daggerhorn wie jeden Vollmond ihr Opfer vollbracht haben, feiern sie die Nacht darauf mit einem riesen Fest und die Mädchen und Jungen gehen zelten. Auch Valerie, Lucie und ihre Freundinnen sind dabei - Sie schleichen sich mitten in der Nacht zu den jungen Gastarbeitern, um sich ihre Zukünftigen auszumalen. Nur Valerie hat ein anderes Vorhaben: Sie will Peter sehen.
Doch etwas läuft in der Nacht falsch. Es ist der Blutmond. Selbst die Ältesten wissen nicht genau was er bedeutet, es heißt nur, dass es ein schlechtes Omen wie ein zerbrochener Spiegel oder eine schwarze Katze ist. Und in dieser Nacht kommt auch Valeries Schwester, Lucie, um. Der Wolf scheint sie auf das Feld gelockt zu haben...

Nach dem Mord ist das ganze Dorf in heller Aufregung. Ist der Frieden mit dem Wolf gebrochen? Was will er? Ein Mordversuch an dem Wolf scheitert, da die mordlustigen Männer in eine Falle gelockt wurden, wobei wieder ein Mann fiel. Daraufhin erscheint der sagenumworbene Vater Solomon, ein berühmter Wolfjäger, in Daggerhorn und hilft den Menschen dort auf seine eigene grausame Art den Werwolf zu identifizieren: Es kann jeder sein...


Der Schreibstil hat mich nicht sonderlich beeindruckt. Es gibt zwar nie zu lange Beschreibungen aber dieses Mal hat es mir definitiv an Beschreibungen gefehlt. Man kann sich nicht sehr gut in die Charaktere hineinversetzen, alles wirkt ziemlich oberflächlich angekratzt.
Auch wenn das Buch eigentlich ziemlich brutal ist (wenn der Wolf angreift) habe ich an keiner Stelle auch nur ansatzweise eine Gänsehaut bekommen. Fand ich leider sehr, sehr schade, da mir die Handlung eigentlich schon gefallen hätte und wenn noch mehr Gefühl darin gewesen wäre, hätte sie mir bestimmt noch besser gefallen.
Leider muss ich hier auch mal wieder die Zeichensetzung bemägeln ;) Hier und da fehlt ein Punkt, an manchen Stellen sind am Anfang der wörtlichen Rede auch keine Anführungszeichen gesetzt, weswegen ich manchmal nicht unterscheiden konnte ob da gerade jemand sprach oder irgendwas beschrieben wird.

Manchmal kamen mir die Beschreibungen auch etwas wirr vor. Ich konnte stellenweise nicht mehr unterscheiden wer was gesagt oder wer was getan hat. Besonders dann, wenn die meiste Spannung aufkam, ist mir dies aufgefallen.

Auch wenn die Handlung mir einigermaßen gefallen hat, hätte ich mir mehr erwartet. Ich muss als allererstes sagen: Ich bin zwar kein Märchenexperte aber Red Riding Hood orientiert sich nicht sehr nahe an Rotkäppchen. Wer sich auf eine "richtige" Rotkäppchenadaption freut, sollte hier die Finger von lassen.
Mir kam es auch leider so vor, als hätte die Autorin (oder wer auch immer die Idee zu dem Roman hatte, ich blicke da mittlerweile wirklich NICHT mehr durch) kurz vorm Ende noch gedacht, "Oh, ich habe ja noch kaum was von Rotkäppchen eingebaut! Dann nehmen wir hier mal einen Traum, schreiben ein paar mal Oh, was hast du für große Augen, Großmutter und Damit ich dich besser sehen kann!", naja, ihr wisst was ich meine.
Auch die Enthüllung des Wolfes war nicht wirklich spektakulär. Wer eins und eins zusammenzählen kann hat eigentlich schon von Anfang an den Wolf raus, vorallem als er anfängt mit Valerie zu sprechen und da auch noch Sätze benutzt, die er in seiner menschlichen Gestalt auch bei ihr benutzt hatte. Nicht gerade super durchdacht.

Ich hätte mir auch noch mehr Spannung in der "Dreiecksbeziehung" zwischen Valerie, Peter und Henry gewünscht. Auch wer hier aufmerksam liest, dem wird sehr schnell klar, für wen sich Valerie im Endeffekt entscheiden wird. Die Argumente die für die andere Seite (Spoiler: also Henrys Seite und die Verlobung der Beiden) fand ich im generellen sehr schwach. Auch wenn es eigentlich so oder so ziemlich klar war, hätte ich mir an dieser Stelle mehr hin und her gewünscht. So, dass man auch mal an der Nase herum geführt wird.
Besonders das hat mir in dem Buch gefehlt. Egal was war, man wusste, wenn man richtig nachdachte, immer um wen es sich handelte und selbst als die Schwester von Lucie starb, habe ich es davor schon geahnt. Auch die späteren Todesfälle sind nicht gerade schwer zu erraten. Wirklich sehr, sehr schade, da mir der Roman viel mehr gefallen hätte wenn er nicht so vorhersehbar wäre.

Auch die Charaktere haben mir nicht sehr zugesagt. Henry, Peter und Valerie fand ich noch einigermaßen interessant, besonders Peter und Valerie. Auch die Großmutter hat mir gefallen (seitdem ich den Trailer zu dem Film gesehen habe, bin ich totaaaal fasziniert von Valeries roten Mantel).
Nur leider von den anderen Charakteren hätte ich mir auch mehr vorstellen können. Suzette, die selber gegen ihren Willen verheiratet wurde, hätte ich mir tiefer vorgestellt und auch Valeries Vater war mir zu flach. Ich habe zwar verstanden, wieso er soviel gesoffen hat und wieso er sich so komisch Adrien (Henrys Vater) gegenüber verhällt, aber... aber irgendwie hat mir da etwas gefehlt. Leider.

Mein Fazit:
Vorallem weil Red Riding Hood so vorhersehbar ist, kann ich dem Buch nur drei von fünf Schmetterlingen geben. Leider konnten die Charaktere mich auch nicht überzeugen. Auch wenn Red Riding Hood kein Must-Read ist - Wer jedoch die Wartezeit auf ein anderes Buch überbrücken oder die Zeit totschlangen will (und vorallem wie ich keine zu hohen Erwartungen hat), liegt mit diesem Buch nicht unbedingt falsch.





Zusatzinformationen:
Am 21. 04. 2010 kam auch ein Film zu dem Buch heraus. Catherine Hardwicke (Twilight Regisseurin) bekam die Idee zu diesem Film von Leonardo DiCaprio und lies Sarah Blakely-Cartwright (eine Freundin von ihr) und David Leslie Johnson das Buch dazu schreiben. Valerie wird von Amanda Seyfried, Peter von Shiloh Fernandez und Henry Lazar von Lukas Haas gespielt. Hier der Trailer zu dem Film.

Das Cover:
Auch wenn cbt mit der Änderung des Covers wirklich tolle Arbeit geleistet hat (davor war das Cover mal wieder ein 010080-Mädchengesicht), mag ich das englische Cover doch um einiges mehr. Ich stehe irgendwie total auf dieses Cartoonartige, das deutsche Cover ist mir zu gruselig (das passt auch nicht unbedingt perfekt, da das Buch - wie ich schon sagte - zwar einigermaßen brutal ist aber nicht wirklich unter die Haut geht).






Die Autorin:
Sarah Blakely-Cartwright wuchs in LA und Mexico auf, lebt aber im Moment parallel in New York und Vancouver. Sie schrieb zur gleichen Zeit der Entstehung des Films Red Riding Hood ein Buch mit dem gleichen Inhalt.

Kommentare:

  1. Ich will es lesen c: Auch wenn alle meinen, es sei Mittelmäßig c:
    Aber das englische Cover ist großartig und ich hab den Film dazu schon gesehen und dann bietet es sich auch toll zur Movie Challenge von Book.romance an c:

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  2. @Booksloverin: So habe ich auch gedacht, ich bereue es aber auch nicht, es gelesen zu haben :)
    Hast du es denn vor in Englisch oder Deutsch zu lesen? Ich bin mal auf deine Meinung gespannt, vielleicht gefällt es dir ja mehr als mir (und den anderen)?

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  3. Also, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass du wirklich weißt, wer der Wolf ist. Im Buch ist es ja ein bisschen offen, aber es gibt noch ein Bonuskapitel online (darauf wird allerdings nur in der englischen Ausgabe hingewiesen), in dem alles genau aufgeklärt wird (so wie es dann auch im Film passiert).

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  4. @Miss Bookiverse: (Vorsicht, für die, die das Buch noch nicht gelesen haben)
    Mhh... Also richtig gesagt wie zum Beispiel "Das ist der Wolf" wird es nicht. Hast du das Zusatzkapitel gelesen?
    Im letzten Kapitel kommt heraus, dass es Henry nicht sein kann und er dann aufbricht, um sich an dem Wolf zu rächen. Peter ist da verschwunden. Dann geht Valerie zu ihrer Großmutter (sie denkt die hat irgendwas) und dann trifft sie Peter, der sagt auch wenn es gefährlich ist blablabla und sie meint irgendwas, dass sie ihn auch so liebt. Ich kann das nicht ganz nacherzählen (ist nicht so hängen geblieben) aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Peter der Wolf ist. Vielleicht haben die das Bonuskapitel im Deutschen noch mitgedruckt oder so.

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  5. Ja, ich hab das Bonuskapitel gelesen und das, was du beschreibst, ist es nicht. Wie gesagt, in der deutschen FAssung ist es nicht abgedruckt.
    SPOILER:
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    .
    Peter ist nicht der Wolf.

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