[Rezension] Flinn, Alex - Beastly

| 6 Kommentare
Autor: Alex Flinn
Orginaltitel: Beastly
Reihe: -
Genre: Liebe/Romantik, Fantasy
Preis: 12,99€ (Hardcover)
Seiten: 329
Verlag: Baumhaus
ISBN: 978-3-8339-3844-3

Vielen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Beschreibung:
Kyle Kingsbury ist eine Bestie, die nachts durch New York streift - ein hässliches Monstrum. Doch Kyle war nicht immer so. Er war mal ein Junge, mit dem jeder andere gerne getauscht hätte, ein gutaussehender, reicher und bei vielen Mädchen beliebter Kerl. Doch er war auch arrogant, eingebildet und überheblich. Zur Strafe wurde er dazu verflucht, dieses grässliche Biest zu sein – jetzt kann nur noch die Liebe diesen Fluch brechen.

Rezension:
In Alex Flinns Buch Beastly wird das berühmte Märchen Die Schöne und das Biest aufgegriffen. Kyle Kingsbury hat alles - Geld, Mädchen, eine rosige Zukunft vor sich und außerdem ist er auf seiner Schule unglaublich beliebt. Ihm fehlt es eigentlich an nichts.

Doch gemein wie er ist, legt er sich eines Tages mit der falschen an - Einem dicken Gothicmädchen, das sich als Hexe herausstellte und ihn verflucht. Sie wollte ihn für seine Arroganz und Gemeinheit bestrafen und verwandelt ihn dafür in eine schreckliche Bestie, machte ihn somit unzumutbar für die Öffentlichkeit. Jedenfalls in den Augen seines Vaters, der ihn sofort nach der Verwandlung zu tausenden Ärzten schafft um ihn wieder in den gutaussehenden Kyle zu verwandeln. Doch vergeblich. Niemand, kein Arzt auf der ganzen Welt, würde ihm helfen können. Er allein muss ich von dem Fluch befreien.
Doch so einfach ist das nicht. Er muss wahre Liebe empfinden und das Mädchen, dass er liebt, muss diese auch erwiedern. Und das auch noch einem bestimmten Zeitpunkt. Wie schwer ist es für jemanden der noch nie geliebt hat, zu lieben? Oder überhaupt: Geliebt zu werden?

Nachdem Kyles Vater ihn in ein Haus unterbringt, ist er ganz auf sich alleine gestellt. Nur eine Haushaltshilfe und ein blinder Lehrer (da sein Vater keine Schlagzeilen über ihn dulden würde), der ihn unterrichtet und stellenweise in seinem Unterfangen, die wahre Liebe zu finden, beisteht. Doch es ist schwieriger als gedacht. Als die Hexe merkt, dass Kyle sich geändert hat und es nicht zu schaffen scheint, greift sie ihm ein bisschen unter die Arme...


Beastly ist in der Sicht von Kyle verfasst. Der Schreibstil ist nicht wirklich etwas besonderes aber er ist ganz okay, man kann ihn jedenfalls schnell weglesen und wird nicht von irgendwelchen unnötigen Umschreibungen gestört. Das war für mich zum Beispiel ein großer Pluspunkt und da ich sowieso finde, dass Beastly eher ein Buch für zwischendurch ist (mehr gleich), ärgert mich das nächste auch nicht so sehr - Aber leider haben mir stellenweise die Beschreibungen gefehlt, denn auch wenn ich mich gut in die Figuren einsetzen konnte, selbst die traurigste stelle hat mich nicht ansatzweise gerührt.
Es gab auch tolle Situationen zwischen Adrian/Kyle und Lindy von dennen ich mir mehr gewünscht hätte. Zum Beispiel als sie das alte Kleid vom Dachboden anprobiert und Kyle sie darin so umwerfend findet, die Situation ist wirklich bezaubernd, aber ich hätte mir wirklich mehr... "schöne" Beschreibungen gewünscht. Ihr wisst, was ich meine?
Besonders toll fand ich aber übrigens die Chatgespräche. Da das Buch leider sehr vorhersehbar war (gleich dazu mehr), habe ich mich manchmal gelangweilt und hatte keine Lust weiterzulesen. Aber die Chatgespräche (die für meinen Geschmack übrigens etwas öfters hätten vorkommen können) waren immer lustig zu lesen und haben mir das Buch stellenweise sehr angenehmer gemacht. Hier mal ein Beispielgespräch:

S. 7
[...]
Mr. Anderson: Möchte vielleicht jemand BeastNYC begrüßen?
SilentMaid: Hi, BeastNYC. Sollen wir dich Beast nennen?
BeastNYC: Mir egal, mach was du willst.
Mr.Anderson: [....] Was für ein Wesen bist du?
SilentMaid: Eine Meerjungfrau, eine kleine.
Mr. Anderson: Wurdest du in eine Meerjungfrau verwandelt?
SilentMaid: Ja, momentan bin ich eine Meerjungfrau, aber ich *überlege* mir, mich transformieren zu lassen. Vielleicht kann mir diese Gruppe bei der Entscheidung helfen.
[...]
Froggie: wrdst du auch vrwandelt, Andy?
Mr.Anderson: Ähm, nein. Aber ich hab den Chat gegründet, um euch allen zu helfen.
[...]
Froggie: Etschldge mne Frge, abr es ist schwirg mt Schwimmhäutn an dn Füsn z tippn.
Froggie: Ich meine FÜSSEN.
In den Gesprächen lassen sich verschiedene Märchenfiguren (inklusive Kyle) über ihre Situationen aus und diskutieren, wie sie es ändern wollen bzw. was sie als nächstes tun werden. Eigentlich bringt das nicht viel zum Verlauf von Kyles und Lindys Geschichte zu und ja, sonst hatte es keinen näheren Sinn, aber trotzdem bin ich froh, dass Alex Flinn diese Gespräche eingebaut hat. Die haben das Buch für mich irgendwie aufgelockert und spannender gemacht, aber ich stehe ja sowieso aufso welche Sachen ;)

Wer das Märchen zu dem Buch kennt und nicht weiß, ob das Buch etwas für ihn ist, sollte vielleicht nochmal eine andere Rezension dazu lesen (Hier ist Missbookiverses). Aber auch für mich war das Ende von anfangan irgendwie klar (auch wenn ich den genauen Verlauf von die Schöne und das Biest nicht kenne). Wer sowas nicht mag, der sollte die Finger von Beastly lassen. Zwar habe ich mich nicht durch das Buch gequält, aber das Wissen (bzw. die Vorahnung) wie es ausgeht haben mir das Buch schon einigermaßen vermiest.

Die Handlung strotzt nur so vor Klischees. Der Vater von Lindy behandelt sie natürlich schlecht, nimmt Drogen und schlägt sie. Mir hätte es nur noch gefehlt, dass ihr Vater sie irgendwie anfassen würde oder das er sie anschaffen lassen würde für seine Sucht. Und er überlässt Kyle seine Tochter natürlich auch ohne einmal mit den Wimpern zu zucken.
Lindy ist auch die typische Außenseiterin. Sie liest gerne, arbeitet hart und ist nicht gerade hübsch. Außerdem war sie natürlich auch noch in den "alten", beliebten Kyle Kingsbury verknallt und hat eine Rose aufbewahrt, die Kyle ihr mal (ohne wirklich darüber nachzudenken) geschenkt hat. Kyle aka Adrian ist natürlich auch nicht anders, jedenfalls anfangs, als er noch oberflächlich und arrogant war.
Auch wenn ich die Veränderungen im Laufe des Buches bei ihm glaubwürdig finde, passieren sie mir einfach zu schnell. Mal realistisch gesehen - Als Will mit ihm den Garten baut und Kyle an seiner ersten Rose riecht, ist er sofort Feuer und Flamme, während er davor nie wirklich auf sowas geachtet hat. Ich kann mir denken, dass er verzweifelt ist und sich nun nicht mehr auf sein Aussehen verlassen kann (und sich natürlich auch ändern mus), aber trotzdem finde ich es komisch, dass er sich so schnell und schlagartig verändert.

An Kitsch fehlt es dem Buch (natürlich) auch nicht. Was ich nicht unbedingt schlecht fand, man muss für sich selber herausfinden, ob man sowas ertragen kann. Kyle such zum Beispiel eine bestimmte Rose für Lindy aus, die "Little Linda" (oder sowas in der Art) aus und stellt sie ihr in ihr Zimmer.
Ich fand es unglaublich süß, dass er ihr Zimmer so bedächtig und so... toll eingerichtet hat :) Er hat jeden Tag in seinen Spiegel geguckt und sich Sachen gemerkt, die sie gerne tut, wie zum Beispiel lesen. Er besorgt ihr unglaubliche Mengen an Büchern und - natürlich - viele Mädchensachen, wie zum Beispiel Klamotten und Make-Up.
Die ersten Annährungen zwischen den Beiden waren auch ziemlich kitschig, aber trotzdem fand ich sie einigermaßen süß. Hier kommt nur leider wieder mein Kritikpunkt mit den Beschreibungen ins Spiel - Diese Situationen wären mit ein paar "besseren" Beschreibungen bestimmt noch toller gewesen. Es war alles einfach zu kurzlebig.

Auch die Charaktere fand ich leider nicht unbedingt facettenreich. Lindy und Kyle haben zwar ein tolles Paar abgegeben und ich habe sie auch gerne gehabt, aber ich habe das Gefühl, dass man mehr aus ihnen gemacht hätte können. Ich fand zum Beispiel die Änderung von Kyles namen in Adrian toll, aber leider hat das nicht viel an meinem Gefühl geändert. Hätten die Charaktere noch mehr Facetten bekommen, wäre die Geschichte im Ganzen bestimmt für die Leser interessanter gesen.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir Adrians Privatlehrer Will. Er ist blind und nach einer Zeit merkt man richtig, wie er Adrian ans Herz wächst. Auch seine Haushilfe hatte ich nach einer Weile wirklich gerne, vorallem weil Kyle sie 99% einfach nicht zu schätzen weiß (nur gegen Ende).

Mein Fazit:


Auch wenn ich natürlich nicht weiß, ob Beastly sich (zu) sehr an die Schöne und das Biest bedient, da ich den Verlauf dieses Märchchens nicht kenne, fand ich Beastly im großen Ganzen relativ spannend. Für mich ist das Buch kein Must-read, wer sich aber mal was für Zwischendurch kaufen will um eine etwas "leichtere" Lektüre zu haben, der möge beherzt zu Alex Flinns Neuerzähnlung greifen.

Zusatzinformationen:
Ab dem 7.04 kommt in Deutschland ein Film zu Beastly raus. Kyle Kingsbury wird von Alex Prettyfer und Lindy von Vanessa Hudgens gespielt (Kyle finde ich getroffen, aber Vanessa Hudgens als LINDY? Die rothaarige-schiefzähnige-mit-Sommersprossenübersähte Lindy?). Ich bin besonders skeptisch, weil sie ja Neil Patrick Harris als Will, den blinden Privatlehrer, genommen haben, ich kann ihn jedenfalls nur mit How I met your Mother verbinden. Wer das Buch gelesen und den Trailer gesehen hat, wird aber auch merken, dass die Handlung mal wieder kräftig geändert wurde.



Das Cover:

Das deutsche Bastei Lübbe-Cover unterscheidet sich nicht sehr von dem englischen Cover (auf dem sind nur die Ranken hinter der Rose nicht vorhanden). Dann gibt es auch noch die Ausgabe zum Film mit Alex Prettyfer und Vanessa Hudgens drauf, die mir aber nicht so gut wie die englische und deutsche Rosenversion gefällt. Auf dem Cover sieht man Kyles/Adrians Verunstaltungen und da die mir zu sehr vom Buch abweichen, kann ich mich einfach nicht so mit der Ausgabe anfreunden. Ich kann wiederrum natürlich auch verstehen, dass sie Kyle im Buch schlecht zu dem "wolfartigen" Tier wie im Film machen können, ich kann mir schlecht vorstellen wie man sowas glaubhaft umsetzen möchte. Außerdem passen die Rosen noch viel besser zum Inhalt des Buches :)

Die Autorin:
Alex Flinn, 1966 in New York geboren, ist eine amerikanische YA-Autorin. Viele ihrer Bücher wurden schon auf berühmten Listen "verewigt" - Einmal der ALA Best Books for Young Adult-Liste und der  International Association-Liste.

Kommentare:

  1. Deine Kritikpunkte haben Hand und Fuß, mich hatten sie aber kaum gestört. :D
    Ich hatte ein paar schöne Stunden im LErnstress mit dem Buch und hab sogar mit den Figuren mitgefiebert. <3
    Werd's auch gerne wieder lesen! (Oder hol mir das Hörbuch ... mit Simon Jäger, hrhr.)

    Der Film ist tatsächlich etwas anders, teilweise zu anders und lustig ist ja, dass alle, die hässlich oder unscheinbar sein sollten, hübsch sind. xD
    Selbst Kyle als Biest ... hat irgendwie was. Wäre die Haut ebenmäßiger, fänd ich ihn richtig sexy. -lach-
    Aber insgesamt ein netter Film, wenn auch nicht die beste Buchverfilmung. :D
    (Und auf Englisch sicherlich mal wieder besser als auf Deutsch!)

    Ach, falls ich es Montag noch schaffe, erwartet dich bald Post. ;)

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  2. @Shiku: Also... soo sehr, dass ich das Buch jetzt garnicht gut fand, haben sie mich auch nicht gestört. Wer ist denn Simon Jäger? Sieht der gut aus?!? :D

    Genau das irritiert mich irgendwie. Gerade Lindy ist in dem Buch doch auch nicht die Hübscheste, so wie Vanessa Hudgens aussieht hätte Lindy ja auch zu den Beliebten im Buch gehören können, oder? Besonders die Besetzung von Will find ich irgendwie komisch o.o Keine Ahnung, vielleicht irritiert mich nur die Sache mit How I met your Mother xD
    Alex Prettyfer IST ja auch sexy, aber naja, ich habe ihn lieber mit Haaren und ohne Tattoos :D

    Huch? Meinst du die Email oder willst du mir was schicken? :D *neugierig*

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  3. Keine Ahnung! Aber ich liebe seine Stimme - war unter anderem der Synchronsprecher von Heath Ledger. ;)

    Ja, sie ist viel zu hübsch. ): Nicht, dass ich ihr das nicht gönnen würde, aber in dem Fall passt's nicht. xD Im Film ist es tatsächlich so, dass Kyle sie auch vorher schon gewissermaßen beachtet. Dauert zwar Jahre, aber dann übt sie doch ganz klar eine gewisse Anziehung auf ihn aus. xD
    Will fand ich eigentlich okay. :D Aber ich guck auch HIMYM nicht! xD
    Ach, ich mag beides. x) Hab manchmal einen etwas verkorksten Geschmack! xD

    Die E-Mail beantworte ich später. :) Mein Bruder hat mir meine Tastatur gemopst und vom Netbook aus komm ich nicht ins Mailprogramm rein. xD
    Aber nein, ich schick was! Denk mal nach, heute war auf der LBM eine Lesung einer ganz bestimmten Autorin. ;D

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  4. @Shiku: Okay, ich kann mich nicht mehr recht an seine Stimme erinnern, aber ich glaube, sie hat mir gefallen? xD

    Ich würde ihr das auch nie missgönnen. Ich hasse es einfach, wenn man eine Buchverfilmung so extrem ändert (obwohl ich natürlich auch verstehen kann, wenn die Leute wollen, dass man das Buch lesen und den Film gucken kann).
    Du guckst HIMYM nicht? Musst du mal - ich liebe diese Serie :D Magst du überhaupt sowas?

    Macht nichts, ich antworte ja auch manchmal... mit "etwas" Verspätung :D Aaah, du hast das wirklich gemacht? Du bist zu gut für diese Welt. Danke, danke, danke! :D

    @Kerry: Bitte :)

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  5. Sie muss einfach, sie ist nämlich toll! xD

    Mich ärgert's auch. >:
    Es war ja auch niemand Hässliches gefordert. Sondern unscheinbar. Deswegen können sie auf ihre eigene Art noch hübsch sein, aber nicht so eindeutig wie Vanessa. xD Zumal da alles andere ja auch nicht passt (Haare usw.)
    Also - ich hab mal ein paar Folgen geguckt, immer mal wieder - aber das reicht mir auch. (: Ist nicht so, dass ich es jetzt direkt regelmäßig gucken müsste. xD

    Mein Bruder hat die Tastatur immer noch beansprucht. Manno! xD
    Klar. ;)

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