[Interview] Drei Fragen an... Rafael Yglesias.

| 4 Kommentare
Hier nun die Überraschung! Ich habe euch ja gesagt, dass ich eine kleine Überraschung habe - nämlich durfte ich drei Fragen an den amerikanischen Autor Rafael Yglesias stellen und er hat mir sie freundlicherweise beantwortet. Gut, das ist keine besonders gute Überraschung, aber ich war sehr aufgeregt, da ich den ersten Autor richtig für meine Seite "interviewte".

Rafael Yglesias ist der Sohn des kubanisch-stämmigen Schriftstellers José Yglesias und der jüdisch-russisch-stämmigen Schriftstellerin Helen Yglesias. Er wurde in Manhattan geboren und wuchs auch dort auf. Yglesias begann bereits in jugendlichem Alter zu schreiben, weshalb er früh die Schule verließ, um seinen ersten Roman, "Hide Fox, after all" zu beenden(1972).Ab 1990 schrieb er auch Drehbücher, wie zum Beispiel für Roman Polanskis Film "Der Tod und das Mädchen".
Nach dreizehn Jahren Pause als Romancier schrieb Yglesias den Roman A Happy Marriage (dt. Glückliche Ehe, erschienen beim Klett-Cotta Verlag), der von seiner dreißigjährige Ehe  mit der Künstlerin Margaret Joskow erzählt, bis diese 2004 an Blasenkrebs starb.
Herzensbuecher: Was würden Sie jungen Leuten, die schreiben wollen, raten? Worauf sollten sie achten? Was tun und was lassen?
- Lies viel und schreibe viel.  Das sind die besten Lehrer. Lerne soviel du kannst über die Welt, auch wenn du es zuerst nicht so interessant findest. Du entdeckst vielleicht etwas,  worüber du dennoch schreiben möchtest. Versuche, nicht allzusehr darauf zu schielen, ob anderen Leute gefällt, was du schreibst.

Herzensbuecher: Ich hoffe, diese Frage ist Ihnen nicht zu privat  (wenn doch, dann antworten Sie einfach nicht), aber wie sind Sie auf die Geschichte von "Glückliche Ehe" gekommen?
- "Glückliche Ehe" basiert auf meinem Leben. Nach dem Tod meiner Frau wollte ich schreiben. Nicht über den Kummer, sondern darüber, was diese lange Ehe ausgemacht hat, die, obwohl manches auch schief lief, für beide - den Mann und die Frau - das Fundament des Glücks darstellte. Ich glaube, dass - nicht alle - aber fast alle Ehen auf diese Art glücklich sind. Vielleicht nicht die ganze Zeit, vielleicht auch nicht die meiste Zeit, aber doch in ihrer Bedeutung als beständige Quelle von Liebe, Sicherheit und Toleranz.

Herzensbuecher: Wie und wann haben Sie angefangen zu schreiben?
- Schon früh, vermutlich war ich jünger als zehn. Bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr habe ich fast ausschließlich Gedichte verfasst. Dann fing ich an, einen Roman über mich selbst zu schreiben. Darüber, wie unglücklich ich in der High School war. Er wurde tatsächlich veröffentlicht, und seitdem bin ich Schriftsteller.
________________
Für alle, die es interessiert, hier das ganze Interview nochmal in Englisch:

Herzensbuecher:  Do you have any tips for people who want to start writing as young as you had, like what they shouldn't and what they should do?

- Read a lot and write a lot.  Those are the two best teachers.  Learn as much as you can about the world, including about things that you don't find interesting right away.  You may discover something in them to write about nevertheless.  Try not to worry too much about whether other people will like what you write. 


Herzensbuecher: I might have to say that I liked your book pretty much and I find the idea so realistic. I'm sorry if that's to private for you (If yes, then don't answer), but how did you've come to the idea of a happy marriage?

- A Happy Marriage is based on my life.   After my wife's death, I wanted to write, not about grief, but about what it is like to be in a long marriage that, although it had difficulties, was the main source of happiness for both the man and the woman.  I believe most -- not all -- but most marriages are happy in that way, not all the time, perhaps not most of the time, but a steady source of love, support and tolerance. 


Herzensbuecher: How and when did you start writing?

-  I wrote from an early age, probably before I was ten.  Mostly I wrote poetry until I was fifteen.  Then I started a novel about myself being unhappy in high school.  It was published eventually and I've been a writer ever since.  

Kommentare:

  1. Ich find das total cool und auch eine nette Überraschung. Hast du auf jeden Fall gut gemacht.
    Liebe Grüße Petra

    AntwortenLöschen
  2. ... und ich zieh auch zusätzlich meinen Hut, ich hab vor sowas immer Angst (irgendwie).
    Wie gut, dass es auch noch interessante Antworten sind! (: There is something to it, I think! (;

    AntwortenLöschen
  3. Das hast du toll gemacht, bitte mehr davon!

    liebe Grüsse, Bettina

    AntwortenLöschen