[Sonstiges] Umfrage zum Thema Rezensionen

| 8 Kommentare
Vor einiger Zeit habe ich eine Umfrage zum Thema Rezensionen an verschiedene Verlage geschickt (nachdem ich die Idee mit der Dauer der Bearbeitungszeit der Rezensionsexemplare so interessant fand), nur leider haben mir von Rund 40-50 (was ich auch verstehen kann, da nicht jeder Pressemensch mal eben Zeit dafür hat, eine Umfrage zu beantworten - desto dankbarer bin ich, dass die vier Leute geantwortet haben ;)) Verlagen nur 4 geantwortet. Deswegen wird die Auswertung wahrscheinlich eher nicht so interessant sein, wie bei Nica - aber vielleicht kann ich ja doch noch ein paar von euch "helfen" ;) Trotzdem poste ich die Ergebnisse mal, damit ich die Verlage nicht umsonst befragt habe :)

Die erste Frage: Was ist ihnen bei Rezensionen vorallem wichtig?
Im großen und ganzen scheint den Verlagen die Eckdaten (Wie zum Beispiel ISBN, Preis und so weiter) sehr wichtig zu sein, damit die Leser der Rezensionen das Buch danach auch problemlos finden und bestellen können. Argumentierung und eine eigene Zusammenfassung des Inhalts ist ihnen auch sehr wichtig, da man zum Beispiel durch eine gut verfasste (eigene) Zusammenfassung merkt, wie sehr man sich mit dem Buch auseinander gesetzt hat. Hier die Zitate (natürlich ohne den jeweiligen Verlagsnamen):

Für uns ist es in erster Linie schön zu erkennen, dass sich die Person mit dem Titel auseinandergesetzt hat und Lesern der Rezension ein gutes Bild des Buches vermitteln kann. Ein so gutes Bild, dass der Leser der Besprechung idealerweise Neugier und Lust auf den besprochenen Titel entwickelt.
Tatsächlich ist ihr Punkt „eine eigene Zusammenfassung des Inhalts“ gut angebracht. Manche Rezensenten kopieren den Klappentext des Buches. Wäre das die alleinige Rezension, hätte der Rezensent keinerlei eigene Arbeit geleistet und das wäre für uns dann nicht akzeptabel. Wenn dann aber ausgehend vom Verlagsklappentext noch auf die eigene Sicht der Dinge, der Geschichte, der Charaktere usw. eingegangen wird und der Klappentext nur als Basisinformation diente, dann ist das in Ordnung.

Bei Rezensionen ist uns vor allem wichtig, dass sich der Rezensent selbstständig mit dem Text auseinandergesetzt hat. Dazu gehört auch eine eigenständige Zusammenfassung des Inhalts. Die sollte erst einmal sachlich sein, neugierig machen, aber natürlich nicht zu viel verraten. Außerdem sollte der Rezensent auch zu einer eigenen Bewertung des Textes kommen, eine Empfehlung aussprechen und die begründen. Wenn die Rezension diese Punkte erfüllt, ist nicht so entscheidend, wie lang sie ist. Die korrekte Angabe der Eckdaten wie Autor, Titel, Verlag, Preis, Erscheinungsdatum, Seitenanzahl und ISBN-Nummer ist uns sehr wichtig, damit andere potentielle Leser das Buch ohne Probleme finden und bestellen können. Feedback zum Cover ist immer willkommen.
Zu Frage 1 möchte ich sagen, dass für uns die Argumentierung wichtig ist. Dinge wie eine Coverbewertung freuen uns zwar, sind aber nicht unbedingt notwendig. Hingegen ist es uns schon wichtig, dass mit der Rezension das Cover und die Buchdaten veröffentlicht werden.  
Zweite Frage: Was ist ihnen wichtiger - Eine lange und ausführliche Rezension oder eine, die kurz ist und nur die wichtigsten Sachen anspricht?

Länger ist immer schöner, noch schöner mit schönem Bildmaterial, aber auch kurze, knackige Rezensionen sind toll, wenn sie tolle Formulierungen haben.


Eine Vorschrift, wie lang eine Rezension sein soll, gibt es in dem Sinne nicht. Wenn sie aber nur aus 2-3 Sätzen besteht und man dadurch nicht erfährt, worum es in dem Buch geht, wie die Grundstimmung so ist, was seinen besonderen Charme ausmacht etc., dann ist sie wenig befriedigend – für den Leser und den Verlag ;) Persönlich kann ich sagen, dass ich immer gerne Rezensionen lese, die mir die Handlung in Ansätzen (ohne Spoiler), die Figuren und die Grundstimmung des Buches nahelegen. Was ich auch immer toll finde, sind Vergleiche. A la „erinnert mich sehr an Buch xy von Autor zz“ . Überhaupt ist das ein ganz guter Tipp: eine Rezension, die ich schreibe, ist dann gut, wenn sie mir selbst wieder Lust auf das Buch macht und mich – würde ich es noch nicht kennen – dazu brächte, es zu lesen.


Eigentlich ist es uns egal, wie lang die Rezension ist, solange sie gut geschrieben ist. Aber eine intensive Auseinandersetzung mit einem Text bringt in der Regel automatisch eine gewisse Länge mit sich.


Zu Frage 2 kann ich sagen, dass es nicht unbedingt zielführend ist, eine Rezension unnötig in die Länge zu ziehen. Eine allzu kurze Rezension ist allerdings ebenfalls nicht ideal, da darunter die Information leidet. Rezensenten sollten versuchen die goldene Mitte zu finden, in der das Buch zwar gut besprochen, aber nicht alles verraten wird.
Dritte Frage: Achten sie auch auf Grammatik?

Wir arbeiten ja nicht ohne Grund mit Büchern, da fällt einem so was schon auf. Die meisten Rezensionen sind gut geschrieben. Gerade im online-Bereich hat man aber häufig das Gefühl, dass sehr nachlässig mit der Sprache umgegangen wird (das ist was anderes als kreativer Umgang mit der Sprache!). Mir ist aber bislang noch keine Rezension mit wirklich vielen schlimmen Fehlern vorgekommen.


Sagen wir mal so: ein kleiner Fehler hier und da ist nicht tragisch, aber alles in allem sollte eine Rezension schon angenehm lesbar geschrieben sein. Mir selbst ginge es auch so, dass ich keine Lust hätte, weiterzulesen, wenn ich nach dem 3. Satz schon 4 Fehler gelesen hätte…


Ja, wir achten auf Grammatik und auch auf Stil. Wir freuen uns natürlich auch über positive Rezensionen mit nicht ganz korrekter Grammatik, aber die können wir dann für unsere weitere Arbeit leider nicht verwenden. Das ist immer sehr schade, weil der Rezensent sich ja sicher viel Mühe damit gemacht hat und die Rezension dann einfach unter den Tisch fällt.


Grammatik und Zeichensetzung sollten insgesamt gut bis sehr gut sein. Natürlich können Fehler unterlaufen, aber wir freuen uns natürlich über relativ fehlerfreie Rezensionen.
Hier kann ich übrigens sehr gut verstehen, dass Verlage auch auf Grammatik und so weiter achten. Sie vergeben die Rezensionsexemplare ja nicht ohne Grund, im besten Fall können sie sich Zitate aus den Rezensionen herausfischen und damit irgendwo werben. Wenn eine Rezension aber nur so vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern strotzt, können sie das schlecht (ohne wahrscheinlich nochmal viel Zeit mit dem Berichtigen zu verschwenden).
Ich hoffe, dass meine Rezensionen keine Rechtschreibfehler haben - Ich achte da schon ziemlich drauf, ich kann sowas selber nicht lesen :)

Vierte Frage: Achten sie überhaupt auf Sachen wie zum Beispiel Eckdaten und so weiter?

Klar, für uns ist es schon wichtig, dass die bibliographischen Angaben richtig gemacht werden, damit potentielle Leser das Buch auch finden. Wenn es sachliche Fehler gibt wie zB einen falschen Preis, sagen wir auch Bescheid.


Es ist sicher immer schön und freut uns, wenn der Verlagsname in Zusammenhang mit dem Buch genannt ist. Ich finde es auch schön und informativ, wenn Rezensenten sich zum Cover, der Papierqualität etc. äußern. Das ist zwar kein Muss, zeigt ja aber mal wieder, dass sich die Person umfassend mit dem Buch (und zwar nicht nur mit dem Inhalt) auseinandergesetzt hat.

Kommentare:

  1. DANKE für diesen tollen Beitrag. Ich habe ihn wahnsinnig gerne gelesen!
    Es ist schön, mal etwas von den Verlagen zum Thema Rezensionen zu hören :)
    Ich finde es allerdings sehr schade, dass sich nur so wenig Presseleute für dich Zeit genommen haben...

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  2. Wow, wie toll! =) Das war wirklich mal informativ für uns Blogger, also auch ein großes Danke von mir.

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  3. Auch von mir danke zum Bericht, der war wirklich interessant. Ehrlich gesagt versteh ich aber nicht, das so ein großer Wert auf die Angabe des Preises und der Seitenzahl gelegt wird. Klar, Autor, Titel und ISBN sind enorm wichtig um das Buch zu finden, aber der Preis?

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  4. ein toller Beitrag, vielen Dank dafür, ich habe ihn förmlich verschlungen. Nun weiß ich, dass bei meinen Rezi die Eckdaten (Preis, ISBN usw) z. B. noch fehlen, aber da ich die Bücher bisher selbst gekauft habe, finde ich das jetzt noch nicht wirklich schlimm.

    LG Kerry

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  5. @Hermia: Dem kann ich mich anschließen. In Deutschland ist das ja heutzutage eher abschreckend den Preis mitzuteilen. XD

    Schöner Bericht, war interessant zu lesen! :)

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  6. Vielen Dank für Deine Mühe. Dein Beitrag hat mir auf jeden Fall noch einige Anregungen gegeben. Diese Eckdaten habe ich bisher eigentlich nie in meiner Rezi aufgeführt, werde das aber ab jetzt immer tun.
    Beim Cover habe ich irgendwie auch immer geschlampt ;)
    Aber das wird sich jetzt alles ändern.
    Lieben Gruß
    Anja

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  7. @Leselurch: Gerne :) Ich finds auch schade. Aber was soll man machen. Vielleicht hatten sie keine Zeit oder so, das kann man ja auch verstehen.

    @Cherry: Bitte :)

    @Hermia: Gut, Seitenanzahl und Preis finde ich jetzt auch nicht unbedingt so wichtig (okay, der Preis ist vielleicht doch nicht unentscheidend). Vielleicht wollen sie, dass der Leser direkt genau über das Buch bescheid weiß? Keine Ahnung. Bei Seitenzahlen ist es ja oft so, dass die bei Amazon usw. falsch angegeben sind.

    @Kerry: Genau. Der Beitrag war jetzt wohl eher auf Rezensionsexemplare bezogen, da ich denke, dass den meisten Verlagen die Rezensionen die "frei" geschrieben sind, nicht so wichtig sind wie die der Leute, die die Bücher von den Verlagen bekommen. Was aber nicht heißen soll, dass die Rezensionen dann nicht wichtig sind oder so. Ich denke nur, dass die meisten Verlage nur die Rezensionsexemplarbezogene Rezensionen weiterverwerten :)

    @Steffie: Ich fange besser nicht mit dem Thema an, sonst ärgere ich mich noch mehr T___T

    @Buchmelodie: Das freut mich :)

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  8. Danke für den Beitrag. Ich hätte es noch sehr sinnvoll gefunden, wenn du geschrieben hättest, von jeweils welchem Verlag die Zitate kommen...

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